Warum Cuenca nicht mein Ding war

Kennst du das? Du suchst dir ein Reiseziel aus und dann entspricht es einfach nicht deinen Erwartungen? Genau das ist mir mit Cuenca in Ecuador passiert. Dabei hat die Stadt einen sehr guten Ruf, was Lebensqualität, Sicherheit und kulturelle Angebote betrifft. Bei amerikanischen Rentnern, die ins Ausland ziehen, steht sie ziemlich weit oben auf der Liste. 

In diesem Artikel erzähle ich dir, warum Cuenca nicht mein Ding war und warum dich das dennoch nicht davon abhalten sollte, die Stadt zu besuchen. Zwar enthält dieser Beitrag ganz unten einige Tipps zu Cuenca, ist aber ansonsten eher ein Erfahrungsbericht und ein persönlicher Eindruck. 

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Mein dreimonatiger Ecuador-Aufenthalt kam relativ spontan zustande. Ich hatte bereits Monate zuvor sehr günstige Flugtickets für die Galapagos-Inseln von Guayaquil aus buchen können. Dann hatte ich ein Hostel für digitale Nomaden an der ecuadorischen Küste gefunden und beschlossen, dort für 1,5 Monate ein Zimmer zu mieten. Naja, und irgendwie kam ich dann auf die Idee, ich könnte ja vorher noch eine Stadt in den Anden besuchen. Ich war auf dem Landweg nach Ecuador eingereist und Cuenca per Bus von Huaquillas aus bot sich einfach an. 

Zuvor war ich gut zwei Monate in Lima gewesen und das ist im Winter wahrlich nicht gerade die einladendste Stadt. Nachdem ich 2017 den kompletten Winter in Lima verbracht hatte, hatte ich mir eigentlich geschworen, dass ich fortan spätestens ab Mitte Juni aus der Stadt verschwunden sein würde. Dummerweise war privat einiges schiefgegangen und meine Planung durcheinander geraten. 

Anfang August ging es dann aber endlich Richtung Ecuador und der erste Stopp in Tumbes/Nordperu verlief auch sehr positiv. 

Katedrale von Cuenca
Die Türme von Cuencas Kathedrale

Ankunft in Cuena

Die Fahrt von Huaquillas nach Cuenca dauerte knapp 6 Stunden und mein Sitznachbar war ein supernerviger Peruaner, der mich die Hälfte der Zeit zuquatschte. War dem völlig egal, dass ich demonstrativ aus dem Fenster guckte oder die Augen schloss. Ich habe im Allgemeinen kein Problem damit, mich mit jemandem im Bus zu unterhalten, aber bitte nicht stundenlang und nicht mit jemanden, der mir vom ersten Augenblick an einfach nur unsympathisch war.

Leider ging es nach der Ankunft in Cuenca nicht positiver weiter. Der Taxifahrer hatte keine Ahnung, wo die Straße meines Airbnbs war und anstatt mir das zu sagen, fuhr er zu einer Straße mit einem ähnlichen Namen. Ich hatte die Route auf meinem Handy verfolgt und erstmal nichts gesagt, da die Richtung so halbwegs stimmte. Als er dann aber meinte, wir seien angekommen, war ich doch leicht erstaunt und habe ihm höflich gesagt, dass das nicht stimmte. Daraufhin wurde er total patzig und fast bedrohlich. Wenn nicht mein Rucksack im Kofferraum gewesen wäre, wäre ich in dem Moment ausgestiegen. So blieb mir nichts anderes übrig, als freundlich zu bleiben und letztendlich habe ich ihn mit Hilfe meines Handy zur richtigen Adresse gelotst.

Dort wartete schon mein Airbnb-Host, eine sehr resolute ältere Ecuadorianerin, die den idiotischen Fahrer dann so richtig zur Schnecke machte, als er mir das Doppelte des üblichen Fahrpreises abknöpfen wollte (ich hatte ihr während der Fahrt per WhatsApp geschrieben, was passiert war).

Kurz und gut, mein Start in Ecuador und Cuenca war nicht gerade optimal.

Cuenca Ecuador
Cuenca-Schriftzug

Wetter in Cuenca

Angeblich herrscht in Cuenca das ganze Jahr über Frühlingswetter. Kann sein, dass ich zu lange aus Deutschland weg bin, aber für mich sind Temperaturen um die 16°C alles andere als frühlingshaft. Oder sagen wr mal, ich bin eher der Typ für sommerliche Temperaturen so ab 25°C. Zumal Heizungen in Südamerika ja nicht gerade üblich sind, d.h. ich habe auch drinnen gefroren. Dazu kam noch jede Menge Regen, obwohl August angeblich kein Monat mit besonders viel Regen ist. Kurz und gut, das beschissene Lima-Wetter setzte sich für weiter 2 Wochen in Cuenca fort und das war einfach mehr, als ich ertragen konnte. 

cuenca ecuador
Cuenca an einem sonnigen Tag

Persönliche Eindrücke von der Stadt

Cuencas historisches Stadtzentrum ist UNESCO-Weltkulturerbe. Ja, die Stadt ist nett und hübsch und mit Ausnahme der unmittelbaren Umgebung des Busbahnhofs fühlt man sich auch total sicher, aber irgendwie hat es bei mir nicht „klick“ gemacht. 

Cuenca hat auch mehrere kleine Flüsse, an denen man einen Spaziergang machen kann. Und viele nette Restaurants und Cafés. Außerdem ist alles ziemlich billig. 

Der Parque Calderón in der Stadtmitte ist sehr grün und in der Nähe gibt es einen sehr schönen Blumenmarkt. 

Auf den Märkten 10 de Agosto und 9 de Octubre kann man alles Mögliche an Obst und Gemüse einkaufen und das bunte Treiben beobachten. 

Trotzdem wurde ich einfach nicht warm mit der Stadt. Das Wetter hat eine ganz große Rolle gespielt und mich stark beeinflusst. Letztlich habe ich viel Zeit in einem Café in der Nähe meines Airbnbs verbracht, wo es gutes Essen und leckeren Cappucchino gab und wo es vor allem wärmer war als in der Wohnung. 

Cuenca Ecuador
Haus im Zentrum von Cuenca

Tipps für Cuenca - Museen

Cuenca hat einige schöne Museen. Drei von diesen habe ich besucht: 

Pumapungo

Pumapungo ist eine archäologische Stätte, die zuerst von den Cañari bewohnt wurde und dann bis zur Ankunft der Spanier von den Inkas. Sie liegt hinter dem Museum und gehört zum Museum. Das Museum selber beherbergt eine wirklich interessante Aussstellung zu Ethnien in Ecuador und organisiert auch temporäre Ausstellungen. Der Eintritt ist kostenlos. 

Pumapungo Cuenca Ecuador

Museum Indigene Kulturen

Mit einem Eintrittspreis von USD 6 ist das Archäologische Museum für Indigene Kulturen für ecuadorianische Verhältnisse relativ teuer, aber ein Besuch lohnt sich. Dort sind in 8 Räumen eine große Anzahl an Kunstgegenständen, Keramik und Gebrauchsgegenständen ausgestellt, die zum Teil mehrere tausend Jahre alt sind. Ich finde es immer wieder faszinierend, dass die Kulturen in den südamerikanischen Anden und an der Pazifikküste teilweise genauso alt sind wie die Mesopotamiens und somit auch als Wiege der Menschheit gelten. Das Museum hat auch einen Souvenirshop, der jedoch ein bisschen überladen wirkte und nichts wirklich Überwältigendes bot. 

Museum Indigene Kulturen

Museum und Laden Panamahüte

Eigentlich ist es eher ein Laden mit relativ teuren Panama-Hüten, aber sie haben auch einige nette Ausstellungsstücke und man muss keinen Eintritt bezahlen. Oben auf der Dachterrasse gibt es ein wirklich schönes Café, von dem aus man bei gutem Wetter einen wunderschönen Ausblick über Cuenca hat. Als ich dort war, war es natürlich grau und regnerisch. 

Panamahüte

Tipps für Cuenca - Raus aus der Stadt

Ich mache gerne Ausflüge in die nähere Umgebung, wenn ich mich irgendwo für längere Zeit aufhalte. Das war für Cuenca auch geplant, aber letztlich habe ich es nur zu Ingapirca geschafft. Die Städtchen Chordeleg und Gualaceo, die östlich von Cuenca liegen, sollen auch sehr schön sein. 

Ingapirca-Ruinen in Ecuador

Ingapirca

Ingapirca ist die wichtigste und größte Inka-Ruine in Ecuador. Mit dem Bus dauert es etwa 2 Stunden. Genauere Informationen findest du in meinem ausführlichen Bericht über Ingapirca. Zwar hat mir Ingapirca gut gefallen, aber das graue und regnerische Wetter von Cuenca setzte sich auch dort fort. Zudem war es noch kälter, da Ingapirca höher liegt als Cuenca. 

Cajas-Nationalpark

Eigentlich stand der Cajas-Nationalpark auf meiner to-do-Liste für meinen Cuenca-Aufenthalt, aber er liegt auf 4.000 Meter Höhe und nachdem ich schon in der Stadt ständig am Frieren war, habe ich diese Tour letztendlich gestrichen. Falls du dorthin fahren willst (und es lohnt sich bestimmt): Es fahren Busse vom Terminal Terrestre in Cuenca. Mit Sonne sind die Temperaturen bestimmt okay, aber von Cuenca aus habe ich oben in den Bergen immer nur Nebel und Grau gesehen. 

Fazit und Learning

Ich habe mehr als 2 Wochen in Cuenca verbracht und letztendlich mehr gearbeitet als Sightseeing gemacht. Ich habe längst nicht alles gesehen, was es zu sehen gibt. Trotzdem ist Cuenca kein Ort, an den ich zurückkehren möchte. Ich denke, es wird für mich einfach Zeit, es zu akzeptieren, dass Andenstädte nicht mein Ding sind. Kurze Besuche sind okay, aber im Allgemeinen fühle ich mich am oder in der Nähe des Meers wohler. Ich bin jetzt seit knapp zwei Wochen an der ecuadorianischen Küste, wo es zwar nicht tropisch ist wie in Yucatán, aber dennoch viel wärmer. Meine doch leicht depressive Stimmung aus Lima und Cuenca hat sich hier ganz schnell wieder verbessert. 

Bücher über Ecuador

Ecuador ist kein typisches Reiseland. Wer nicht mit dem Bus unterwegs ist, lässt das kleine Land an der Pazifikküste oft einfach links liegen und fliegt direkt von Kolumbien nach Peru. Das ist schade, weil Ecuador geographisch ähnlich wie Peru aufgeteilt ist (Küste, Andengebiet, Dschungel) und eine Menge zu bieten hat. Wenn du mehr über Ecuador erfahren möchtest, empfehle ich dir folgende Bücher: 

Wer schreibt hier?

Hallo, mein Name ist Daniela. Ich komme ursprünglich aus Deutschland, habe seit 2018 meinen Wohnsitz in Peru und reise als digitale Nomadin durch Lateinamerika. Außer hier schreibe ich auch auf Digital Nomads Peru

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