Tagesausflug von Medellin nach El Peñol und Guatapé

Ein Tagesausflug nach Guatapé ist eine der beliebtesten touristischen Aktivitäten von Medellin-Besuchern. Und das aus gutem Grund. Seitdem ich online das erste Mal Bilder von Guatapé und Umgebung gesehen hatte, wusste ich, dass ich unbedingt dorthin wollte. 

Die meisten Touren werden von Tours Guatapé durchgeführt, aber andere Agenturen bieten sie ebenfalls auf Kommissionsbasis an. Das bedeutet, dass du etwa € 2 – 3 weniger bezahlst, wenn du direkt über die Tours Guatapé Website buchst. 

Es gibt jedoch auch einige andere Touren mit einem leicht differenzierten Programm. 

Alle Touren fahren mit dir zu El Peñol und der Stadt Guatapé, einige beinhalten auch eine Bootsfahrt, z.B.  diese Tour von BeColombia, der Agentur, bei der ich meine Kaffeeplantagen- und Reittour gebucht hatte. 

Wenn du Guatapé lieber alleine besuchen möchtest, kannst du von Medellin aus einen Bus vom Terminal Norte nehmen. 

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In diesem Artikel gebe ich dir einen ausführlichen Überblick über die Tour zu El Peñol und Guatapé, die ich gemacht habe. 

Falls du keine Zeit oder Geduld hast, den ganzen Artikel zu lesen, ist hier eine Zusammenfassung mit allen wichtigen Informationen: 

Zusammenfassung Guatapé-Tour

Wo buchen: Tours Guatapé

Kosten: ca € 23 für die Tour und € 5, um El Peñol zu besteigen (optional)

Wann: Die Touren starten täglich um 7:45 Uhr in El Poblado bzw um 8:15 Uhr am Hotel Nutibara.

Länge der Tour:  ca 10 Stunden (davon mehr als die Hälfte im Bus)

Was anziehen:  was du willst – dem Wetter entsprechend

Was mitnehmen: eine leichte Jacke oder Regenjacke, Sonnenschutz, Wasser

Stops:  Marinilla, El Peñol, Guatapé

Von Medellin nach Marinilla

Abfahrt in Medellin

Wir sind ziemlich pünktlich um 7:45 Uhr am Parque Poblado abgefahren und erst einmal Richtung Stadtzentrum, um noch einige Leute am Nutibara-Hotel abzuholen. Begleitet wurden wir von einem professionellen Guide, der alles sehr gut auf Spanisch erklärte und einer etwas unerfahrenen Dolmetscherin, die etwa 80% der Informationen ins Englische übersetzte. Etwa die Hälfte unserer Gruppe sprach Spanisch, die andere Hälfte nur Englisch. Es gab noch einen anderen Bus, in dem nur englischsprachige Touristen saßen. 

Zuerst haben wir die Autobahn Medellin – Bogota bis Marinilla genommen. Das war eine sehr angenehme Fahrt, keine komischen Kurven, keine Staus und ein sehr guter Busfahrer. 

Frühstück

Nach etwa anderthalb Stunden Fahrt haben wir einen Frühstücksstop in der Nähe von Marinilla gemacht und hatten drei Optionen, was Essen und Trinken betrifft. Ich habe mich für eine Arepa und eine heiße Schokolade entschieden, die beide wirklich gut waren. Wir hatten genug Zeit, um in Ruhe zu frühstücken und danach noch auf die Toilette zu gehen. War wirklich gut geplant. 

Marinilla

Marinilla Kolumbien
Stadtzentrum von Marinilla

Unser erster Halt war Marinilla, eine kleine Stadt, die 1690 gegründet wurde. Ihre Einwohner nahmen an den Kämpfen für die Unabhängigkeit Kolumbiens von Spanien teil. Wir haben ein kleines Museum besucht, in dem verschiedenen Artefakte und Gemälde aus jener Zeit ausgestellt waren. 

Marinilla und Umgebung werden als das kulturelle Zentrum von Antioquia bezeichnet. Als wir durch die Straßen gelaufen sind, haben wir aber hauptsächlich kleine Geschäfte gesehen. 

Wir haben ein bisschen Zeit bekommen, um das Stadtzentrum alleine zu erkunden und auf der Plaza etwas zu essen oder zu trinken. Auf Empfehlung unseres Guides habe ich einen Lulo-Saft probiert. Die Lulo-Frucht ist eine kleine Orange, in anderen lateinamerikanischen Ländern heißt sie entsprechend „naranjilla“. Aus ihr wird ein frischer und sehr leckerer Saft gemacht, der perfekt für heiße Tage ist. Pass nur auf, dass sie nicht zu viel Zucker hinzufügen: „Solo un poco de azúcar, por favor“ (nur ein bisschen Zucker, bitte). 

Ich habe meinen Saft an einem Stand gekauft, an dem eine Venezolanerin arbeitete. Wir haben ein bisschen geredet und sie fing dann fast an zu weinen, als sie mir über die Situation in Venezuela erzählte. Es gibt so viele venezolanische Flüchtlinge in Kolumbien, die irgendwie versuchen, über die Runden zu kommen und die meisten sagen, dass sie wieder zurück wollen, sobald Maduro weg ist und Venezuela wieder eine demokratische Regierung hat. Die Situation dort zu ignorieren ist unmöglich, wenn du in benachbarten Ländern oder Regionen lebst oder reist. 

Von Marinilla zu El Peñol

Die Fahrt von Marinilla zu El Peñol dauerte etwa anderthalb Stunden. Und es fing an zu regnen! Es war mein erster Tag ohne Sonne, seitdem ich zwei Wochen zuvor in Medellin angekommen war. Zum Glück wurde es nicht allzu kalt. Ich war nämlich die einzige, die in Sommerkleid und Sandalen durch die Gegend lief. Anscheinend hatten die anderen vorher einen Blick auf die Wettervorhersage geworfen. 

Wir näherten uns also El Peñol und es war so regnerisch und neblig, dass ich mich ernsthaft fragte, ob ich die € 5 für die Besteigung des Felsens nicht lieber in einen oder zwei Capucchinos investieren sollte. Und je näher wir kamen, desto stärker wurden zudem meine Zweifel, ob ich überhaupt oben ankommen würde. Das Ding sah nämlich so aus der Nähe mehr als beeindruckend aus. 

Aufgrund des schlechten Wetters sind auch meine Fotos leider nicht sonderlich gut geworden. 

El Penol, Kolumbien
Teil der Stufen, die wir hochgelaufen sind

El Peñol und der ihn umgebende See

El Peñol ist ein etwa 70 Millionen Jahre alter Monolith. Vor der Ankunft der Spanier wurde er von der indigenen Bevölkerung angebetet. Sie glaubten, der Felsen sei göttlichen Ursprungs. 

Im Jahr 1954 wurde er erstmals bestiegen und später kamen die Treppen. In den letzten Jahren ist El Peñol zu einer beliebten Touristenattraktion geworden. 

So schön er auch aussieht, der See ist von Menschenhand entstanden. Er ist das Ergebnis eines hydroelektrischen Damms, der in den 1970ern gebaut wurde. Man kann dort Bootstouren machen, was aber nicht Teil unseres Ausflugs war. In Anbetracht des Wetters war das auch okay so. Bei Sonnenschein wäre so eine Bootstour allerdings ganz sicher genial.

Aussicht von El Penol, Kolumbien
Meine neblige Aussicht von El Peñol

Das Besteigen des Felsens

Wie ich oben bereits erwähnt habe, sieht El Peñol von weitem und auch von unten wirklich beeindruckend aus. Trotzdem war das Erklimmen der 700 Stufen dann nicht soo schlimm. Gut, ich musste alle paar Minuten eine kleine Pause machen, aber trotzdem hat es nur etwa 20 Minuten gedauert, um oben anzukommen. Anders als mein Bekannter war ich völlig außer Atem, aber das ist halt so, wenn man nicht gerade die fitteste Person ist. Und Treppensteigen hasse ich wirklich. 

Wie auch immer, unser Guide hatte uns erklärt, dass wir auf eigenes Risiko den Felsen besteigen und es auch völlig okay wäre, unten zu bleiben. Es gibt genug Restaurants und Souvenir-Shops, in denen du dir die Zeit vertreiben kannst, während die anderen auf dem Felsen sind. Mach das, was für dich und deine Gesundheit am besten ist. 

Die Treppen hoch sind getrennt von den Treppen runter. Das bedeutet, dass du nicht einfach umkehren kannst. Allerdings gibt es etwa auf der Hälfte eine Aussichtsplattform, eine Verbindung zwischen den beiden Treppen sowie die Möglichkeit, medizinisch versorgt zu werden, falls du dir doch zu viel zugemutet hast. 

Die Stufen hoch sind nummeriert, aber die runter leider nicht. Das Hochlaufen war körperlich anstrengend, beim Heruntergehen braucht es hingegen einiges an Konzentration, weil die Stufen wegen des Regens ein bisschen glatt waren und auch ziemlich schmal. Eigentlich war es ein bisschen wie bei den Pyramiden im mexikanischen Uxmal, aber hier gab es netterweise ein Geländer. 

Das Besteigen von El Peñol lohnt sich auf jeden Fall. Sogar mit unserem nebligen und regnerischen Wetter war die Aussicht genial. 

Falls notwendig, kannst du oben etwas essen oder trinken, aber die Preise sind logischerweise ziemlich hoch. Und die Leute, die dort arbeiten, sind wahrscheinlich alle topfit. Jeden Tag 700 Stufen hoch und runter, meinen Respekt. 

Aussichtsplattform El Peñol
Aussichtsplattform El Peñol

Mittagessen

Um 13:00 Uhr bekamen wir Mittagessen in einem der Restaurants am Fuße des Felsens. Wir hatten die Wahl zwischen einem traditionellen Gericht aus Antioquia (Bandeja Paisa), Huhn oder Fisch. Falls du Vegetarier bist, sag das deinem Guide im Bus, dann bekommst du die Bandeja Paisa ohne Fleisch. Mein Bekannter hatte diese Option gewählt und es sah leckerer aus als mein Fisch. 

Während wir aßen, fing es wieder an zu regnen, wurde aber weniger, als wir fertig waren. Auch wenn wir insgesamt nicht allzu viel Glück mit dem Wetter hatten, so regnete es zumindest immer nur dann wirklich heftig, wenn wir gerade nicht draußen herumliefen. 

Von El Peñol nach Guatapé

Das war nur eine kurze Fahrt von etwa 15 – 20 Minuten. Der Bus hat etwas außerhalb des Zentrums geparkt. Unser Guide hat mit uns eine kurze Führung gemacht und dann hatten wir etwa eine Stunde Zeit, um den Ort alleine zu erkunden.
Guatape Kolumbien
Das bin ich neben einem der wunderschönen Häuser von Guatapé

Ein paar Zeilen über die Geschichte von Guatapé

Der Name des Dorfes stammt von einem indigenen Häuptling, der in der Gegend lebte, als die Spanier kamen. Heutzutage ist fast nichts mehr übrig von den indigenen Stämmen, die einst Antioquia ihre Heimat nannten. 

Früher lebten die Menschen von Guatapé von der Landwirtschaft und dem Bergbau, aber der Bau des hydroelektrischen Damms in den 1970ern führte dazu, dass das zum Dorf gehörige Gebiet sich um 70% verkleinerte. 

Anstatt aufzugeben, beschlossen die Einwohner, ihr Dorf so schön zu machen, wie du es jetzt sehen kannst und so wurde es zu einer Touristenattraktion. Zuerst fuhren vor allem Kolumbianer dorthin, aber seitdem es nicht mehr gefährlich ist, Medellin und Antioquia zu besuchen, kommen auch viele Ausländer. 

Unser Guide erzählte uns, dass die Stadt am Wochenende sehr überfüllt ist und Unterkünfte in Guatapé dann ziemlich teuer werden. Wenn du also mal ein paar Tage in Guatapé verbringen willst, mach es möglichst unter der Woche. 

Guatapé und seine Zocalos

Das spanische Wort „zócalo“ hat mich erst ziemlich verwirrt. In Mexiko werden damit die Haupt-Plazas vieler Städte bezeichnet. Daher machte es für mich zunächst überhaupt keinen Sinn, Guatapé als „la ciudud de los zócalos“ zu beschreiben, da schließlich keine Stadt mehrere Haupt-Plazas haben kann. 

Ok, des Rätsels Lösung ist, dass Zocalos in Guatapé  die bemalten Hausfassaden sind, die auf Bildern so wunderschön aussehen. Sie erzählen Geschichten aus der Vergangenheit, zeigen alte Traditionen aus den Jahren, als die Menschen von Guatapé noch von der Landwirtschaft lebten und manchmal verraten sie dir den Beruf des Hausbesitzers. 

Hier sind einige Beispiele: 

Freie Zeit in Guatapé

Unsere eine Stunde freie Zeit in Guatapé war definitiv zu kurz. Da es schwierig war, während der Führung Fotos zu machen (es stand ständig jemand aus der Gruppe im Weg), bin ich die Straßen nochmal zurückgegangen, um zu fotografieren und letztlich wieder auf der Plaza gelandet. Da nicht mehr viel Zeit bis zur Rückfahrt blieb, habe ich den Besuch in Guatapé mit einem Kaffee und einem Stück Kuchen beendet. 

guatape kolumbien
Im Tiki Taka Café kannst du zwischen Kaffees mit diversen Geschmacksnoten wählen - Sehr lecker

Von Guatapé nach Medellin

Von Guatapé aus sind wir auf direktem Weg zurück nach Medellin gefahren, eine Fahrt von etwa 2,5 Stunden. So waren wir gegen 18 Uhr zurück in El Poblado. Von den Bergen aus hatten wir vorher jedoch noch einmal eine herrliche Aussicht auf die Stadt. Und trotz Berufsverkehrs dauerte es vom Stadtzentrum bis El Poblado nicht wirklich lange. Für mich, die ich an die chaotische Verkehrssituation in Lima gewöhnt bin, war das eine positive Überraschung. 

Tour buchen oder auf eigene Faust nach Guatapé?

Die Tour war ihren Preis auf jeden Fall wert und ist sicherlich deine beste Option, wenn du wenig Zeit hast.

Falls ich noch einmal nach Medellin fahre, werde ich jedoch bestimmt mal für zwei bis drei Tage mit dem normalen Bus nach Guatapé fahren, um mir die Stadt und ihre Umgebung genauer und mit mehr Zeit anzuschauen. Während unserer Führung durch Guatapé habe ich mehrere Angebote für Zip-lining, Kajak fahren oder schwimmen gesehen. Es wird also sicher nicht langweilig. 

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Alle Artikel zu Medellin und Antioquia

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Falls du mehr über Kolumbien erfahren und das Land besser verstehen willst, empfehle ich dir folgende (englischsprachige) Bücher, die ich selber vor und während meiner Medellín-Reise gelesen habe.
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Guatape
Guatape, Kolumbien

Die Autorin

Daniela kommt ursprünglich aus Deutschland. Im Oktober 2014 hat sie alles verkauft, ihren Job gekündigt und lebt seitdem als digitale Nomadin. Die meiste Zeit ist sie in Lateinamerika anzutreffen. Sie liest gerne und viel, praktiziert Yoga und interessiert sich für psychologische, soziologische und ökologische Themen. Außer hier schreibt sie auch auf Digital Nomads Peru

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