Survival-Guide Peru

Planst du eine Reise nach Peru? In diesem Artikel erfährst du in kurzer und knapper Form alles, was du wissen musst, um dich schnell zurechtzufinden.  Wie funktioniert das mit Taxis in Peru? Welche öffentlichen Verkehrsmittel gibt es? Wie kann ich mein Visum für Peru verlängern? Was sind die interessantesten Orte in Peru? Wie funktioniert es mit dem Trinkgeld? Woher bekomme ich überhaupt mein Geld? Diese und andere Fragen beantworte ich dir in meinem Survival-Guide Peru. Viel Spaß beim Lesen. 

PS: Wundere dich nicht über einen leicht negativen Touch bei manchen Beschreibungen. Das ist der Lima-Effekt. Peru ist als Reiseland wunderschön, aber ich kenne niemanden, der nach einem längeren Aufenthalt in Lima nicht irgendwann anfängt, bei vielen Sachen genervt zu reagieren. 

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Ankunft am Flughafen Jorge Chávez von Lima

Limas Internationaler Flughafen Jorge Chávez befindet sich in Callao, etwa 45 – 60 Minuten Fahrzeit von Miraflores und Barranco entfernt, den Stadtteilen, wo die meisten Touristen ihre Unterkunft buchen. Callao gilt als nicht sehr sicher, daher würde ich dir nicht raten, mit deinem gesamten Gepäck das Flughafengelände zu verlassen und auf eigene Faust irgendwohin zu laufen. Du hast zwei Möglichkeiten, nach Miraflores oder Barranco zu kommen:

  1. Der AirportExpress Lima hat diverse Stops in Miraflores. Du kannst dein Ticket (25 Soles = € 6,75) entweder am Schalter im Flughafen kaufen (kurz bevor du den nicht für die Öffentlichkeit zugänglichen Ankunftsbereich verlässt) oder an der Bushaltestelle. Falls deine Unterkunft in Barranco ist, kannst du bei Larcomar aussteigen und von dort ein Taxi nehmen (ca 8 Soles = € 2).
  2. Ein Taxi vom Flughafen bis Miraflores oder Barranco kostet 50 – 60 Soles (€ 13,50 – 16,00). Ich nutze Taxi Dilan (50 Soles), WhatsApp +51 987 254 163. Du kannst sie einen Tag vor deiner Ankunft kontaktieren und jemand wartet dann am Flughafen mit einem Schild mit deinem Namen auf dich. Sie sind sehr pünktlich und zuverlässig. 

Taxis und Mototaxis in Peru

Was den Zustand der Wagen betrifft, ist Peru so mit das Schlimmste, was ich je in Südamerika gesehen habe. Zudem hupen dir Taxifahrer ständig hinterher. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich mittlerweile fast einen Hass auf Taxifahrer entwickelt habe. Falls du ein Taxi auf der Straße anhältst, solltest du ausreichende Spanischkenntnisse haben und ungefähr über die Preise Bescheid wissen, denn sonst ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass du gnadenlos über den Tisch gezogen wirst. Taximeter existieren nicht. Frage den Fahrer erst nach dem Preis, steig nicht einfach ein. 

In zahlreichen Städten (und auch in Teilen von Lima) gibt es zudem Mototaxis (Tuk-Tuks). Die sind lustig und billig. 

Hier ein paar gängige Preise, damit du einen Überblick hast: 

  • Miraflores → Lima Centro: 20 – 25 Soles
  • Miraflores → Barranco: 6 – 8 Soles
  • Cusco, Arequipa, Trujillo: 5 – 10 Soles für Fahrten bis zu  5 km
  • Mototaxis in Iquitos, Ica oder Tumbes: 2 – 3 Soles für Fahrten bis zu 3 km

Falls du lieber keine Taxis auf der Straße anhalten möchtest, kannst du dir die Apps Uber oder Cabify/EasyTaxi herunterladen. Sie funktionieren in allen größeren Städten. Die Fahrer sind zumeist freundlich und haben bessere Autos. 

Öffentliche Verkehrsmittel in peruanischen Städten

Peru hat Busse und Micros (Kleinbusse). Sie sind zumeist alt, billig und in Stoßzeiten total überfüllt. Letzteres vor allem in Lima. Eine Fahrt kostet ja nach Distanz 1 – 3 Soles  (25 – 80 Cent). Du bezahlst bar beim Fahrer oder es kommt jemand durch, der das Geld einsammelt. Das ist bei jedem Bus oder Micro anders. 

Lima hat zudem die Metropolitano, ein Schnellbussystem, für dessen Benutzung du eine Karte brauchst. Diese kannst du für 5 Soles an jeder Metropolitano-Haltestelle kaufen und beliebig oft aufladen. Eine Fahrt kostet aktuell 2.50 Soles. Mit der Metropolitano brauchst du von Barranco oder Miraflores aus etwa 20 Minuten bis ins Zentrum von Lima. 

Insbesondere im Sacred Valley gibt es zudem noch Colectivos, in die jeweils 10 – 12 Fahrgäste verpassen. Sie verbinden Cusco mit den umliegenden Städten sowie die Orte im Valle Sagrado untereinander. 

Fernbusse in Peru

Schau auf redbus.pe, um mehr über Preise und Fahrzeiten von Fernbussen zu erfahren. Die Preise zwischen den einzelnen Busgesellschaften variieren leicht. Die Firmen mit den besten Bewertungen sind normalerweise auch die sichersten. Es passieren gerade in den Anden immer mal wieder schwere Busunfälle, aber keine Panik, es ist nicht die Regel. Ich bin bisher immer gut angekommen. 

Seit einigen Jahren bietet PeruHop die Möglichkeit, mit diversen Zwischenstops von Lima nach Cusco zu fahren. Sie werben zwar damit, dass du nicht der typische Tourist sein sollst, aber tatsächlich benutzen diese Busse ausschließlich Touristen. Das ist nicht negativ gemeint, sondern einfach eine Tatsache. Insgesamt hat PeruHop einen sehr guten Ruf. 

SIM-Karten und mobiles Internet in Peru

Die vier großen Anbieter für mobiles Internet sind: 

Bei allen bekommst du eine prepaid-SIM. Bring deinen Pass und ein bisschen Geduld mit. Falls ein Laden Probleme macht, geh zum nächsten. Aufladen kannst du die SIM-Karte in jedem Supermarkt an der Kasse, in vielen Mini-Läden und in Apotheken. 

Ich selber habe einen Claro-Vertrag, empfehle aber für Touristen Bitel. 

Geld und Geldautomaten in Peru

Perus Währung ist der Sol, aber du kannst an jedem Geldautomaten auch Dollar abheben. Peruaner bezahlen größere Beträge oft in Dollar. Auch die Bankkonten bestehen aus einem Dollar- und einem Soles-Konto.

Als Aktiv-Kunde der DKB kannst du kostenlos in Peru Geld abheben. Kostenlos bedeutet, dass dir die DKB keine Gebühren berechnet. Die meisten peruanischen Banken machen das jedoch. Es macht oft Sinn, Geld in Dollar abzuheben und diese dann in Soles umzutauschen, weil das Limit in Dollar bei den meisten Banken höher ist, die Gebühr jedoch stets gleich bleibt.

Geld wechseln kannst du bei casas de cambio, die es in allen größeren Städten im Zentrum gibt und bei offiziellen Geldwechslern, die meist vor Banken stehen. Auch Peruaner nutzen sie, weil ihr Kurs wesentlich besser ist als der, den die Banken anbieten.

Wie in den meisten lateinamerikanischen Ländern ist auch in  Peru Falschgeld im Umlauf. Wenn du im Supermarkt oder woanders etwas kaufst, wirst du sehen, dass die Kassiererinnen die Scheine immer prüfen. Bei echten Soles-Scheinen ändert die Zahl ihre Farbe, wenn du den Schein hin und her bewegst. Außerdem fühlt sich das Papier anders an, aber diesen Unterschied merkt man meist erst, wenn man schon etwas länger in Peru ist.

Bezahlen und Trinkgeld

In größeren Geschäften und in Restaurants kannst du fast immer mit Kreditkarte bezahlen. Bei kleineren Geschäften, auf Märkten und bei ambulanten Verkäufern solltest du Bargeld bei dir haben, möglichst Münzen oder Scheine im Wert von maximal 20 Soles. 

In einigen Restaurants kannst du Trinkgeld (para el servicio) hinzufügen, wenn du mit Karte zahlst. Sie haben unterschiedliche Geräte für Visa und Mastercard, daher fragen sie meistens nach dem Typ der Karte. In etwas teureren und/oder touristischen Restaurants ist ein Trinkgeld von 10% üblich, aber scheu dich nicht, es wegzulassen, wenn der Service schlecht war. Deutschland hat bekanntlich den Ruf einer Service-Wüste, aber Peru ist auch nicht besser. Ich weiß nicht, wie oft ich schon Ewigkeiten auf die Karte, das Essen oder die Rechnung warten musste. Und wenn das der Fall ist und ich genervt bin, dann hat sich das erledigt mit dem Trinkgeld. Und nein, in 90% der Fälle liegt es nicht daran, dass viel los ist, sondern daran, dass die Kellner einfach ihren Job nicht machen. 

Apotheken

InkaFarma und MiFarma sind die größten Ketten und überall in Peru zu finden. Sogenannte Boticas sind eher Drogerien, die aber auch gängige, nicht verschreibungspflichtige Medikamente verkaufen. 

Viele Antibiotika und auch die Anti-Baby-Pille sind nicht verschreibungspflichtig, d.h.  du kannst sie in jeder Apotheke kaufen. Es hilft, wenn du eine Originalpackung aus Deutschland dabei hast oder zumindest den genauen Wirkstoff kennst, weil die Medikamente natürlich andere Namen haben. 

Es ist möglich und üblich, einzelne Tabletten zu kaufen. Du bekommst dann zwar keinen Beipackzettel, bezahlst aber auch nur die Menge an die Tabletten, die du wirklich brauchst. 

Aus irgendeinem merkwürdigen Grund ist Ibuprofen seit Juni 2019 verschreibungspflichtig. Manche Apotheken halten sich daran, andere nicht. Wie bei den SIM-Karten gilt auch hier:  Versuch es in der nächsten Apotheke, wenn du in der ersten nichts bekommt.

Recycling und Umweltschutz in Peru

Als ich Anfang 2017 das erste Mal in Peru war, waren die Kassiererinnen noch ziemlich irritiert, wenn ich meine Einkäufe in meine mitgebrachte Tasche gepackt habe. Mittlerweile kosten Plastiktüten auch in Perus Supermärkten Geld. Sie werden dennoch weiterhin stark genutzt, aber es ist doch ein langsam steigendes Umweltbewusstsein zu finden.

In Limas reicheren Stadtteilen wird die Trennung von Plastikmüll und anderen Abfällen zunehmend Standard und man sieht immer mehr Schilder wie das unten auf dem Foto. Wie du gerade in Bezug auf Hygieneartikel weitgehend plastikfrei reisen kannst, erfährst du übrigens in diesem Artikel.  

Umweltschutz in Peru

Verlängerung eines Touristenvisums in Peru

Innerhalb von 365 Tagen kannst du 180 Tage in Peru verbringen. Meistens bekommst du bei Einreise 90 Tage. Du kannst dein Visum online um weitere 90 Tage verlängern, indem du diesen Anweisungen folgst. Wichtig ist, dass du es vor Ablauf deiner ersten 90 Tage machst und die Gebühr von 11,70 Soles bei einer Zweigstelle der Banco de la Nación bezahlst. 

Alternativ kannst du zu einem Migraciones-Büro in der Nähe gehen: 

Lima Breña: Av. España 734
Lima Miraflores: Ovalo Gutiérrez-Primer Nivel Sótano
Arequipa: Urb. Quinta Tristán 2do Parque, Los Cedros, José Luis Bustamante y Rivero
Cusco: Av El Sol 610
Trujillo: Av. Larco 1216

Es ist in Peru keine Straftat, wenn du dein Visum überziehst, aber du musst bei Ausreise pro überzogenem Tag eine Gebühr von aktuell 4,20 Soles bezahlen (etwa €1). 

Reiseziele in Peru

Vielleicht hast du schon einen Reiseführer gekauft oder Blogposts gelesen und hast daher schon einen guten Plan, wie deine Peru-Reise aussehen soll. Trotzdem möchte ich dir hier eine kurze Liste von 10 Zielen geben, die meiner Meinung sehenswert sind.  

  1. Cusco und Sacred Valley (Saqsayhuaman, Pisaq, Ollantaytambo, Maras und natürlich Machu Picchu) → Die Cusco Tourist Card ist 10 Tage  für alle Highlights in Cusco und im Sacred Valley gültig. 
  2. Arequipa und der Colca Canyon mit seinen Kondoren: Es gibt Hiking-Touren und bequeme Bustouren.
  3. Puno und Lake der Titicaca-See 
  4. Nazca-Linien
  5. Ica und die Wüstenoase Huacachina
  6. Paracas und die Ballestas-Inseln
  7. Trujillo und Huanchaco mit der archäologischen Fundstätte Chan-Chan
  8. Huaraz der Huarascán Nationalpark, falls du hiken möchtest und gut mit einer Höhe von 4.000 Metern zurechtkommst. 
  9. Iquitos, Puerto Maldonado und Tarapoto, um den Dschungel kennenzulernen.
  10. Nordperu (Máncora, Zorritos) für Strand und Surfen

Lektüre zu Peru

Falls du dich vor oder während deiner Reise zu Peru einlesen möchtest, empfehle ich dir folgende Bücher: 

Survival Guide Peru

Wer schreibt hier?

Hallo, mein Name ist Daniela. Ich komme ursprünglich aus Deutschland, habe seit 2018 meinen Wohnsitz in Peru und reise als digitale Nomadin durch Lateinamerika. Außer hier schreibe ich auch auf Digital Nomads Peru

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