Spanisch für Lateinamerika

Du planst eine Reise nach Lateinamerika und fragst dich, ob es notwendig und sinnvoll ist, Spanisch zu lernen? Ganz klare Antwort: Mit Grundkenntnissen der spanischen Sprache hast du wesentlich mehr von deinem Aufenthalt in Lateinamerika, vor allem, wenn du alleine und auf eigene Faust unterwegs bist. Außerdem der typischen Touristenorte sprechen nur wenige Menschen wirklich gut Englisch. Mit ziemlicher Sicherheit wirst du zu irgendeinem Zeitpunkt an einem Ort landen, wo niemand Englisch spricht. Natürlich gibt es Wörterbücher und GoogleTranslate, aber ich garantiere dir, dass es ein angenehmes Gefühl ist, wenn du dich zumindest ein bisschen mit den Menschen um dich herum verständigen kannst. 

Spanisch ist keine extrem schwere Sprache, so dass es meiner Meinung nach auch ein Ausdruck von Höflichkeit und Respekt gegenüber deinem Reiseland ist, sich zumindest Grundkenntnisse anzueignen. 

Im Folgenden erzähle ich dir kurz etwas über die unterschiedlichen Varianten des Spanischen, die du in Lateinamerika hören wirst (keine Angst, ich gehe nicht auf linguistische Details ein) und gebe dir dann Tipps, wie du Spanisch vor und auch während deiner Reise lernen kannst. 

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Unterschiede zwischen Spanien und Lateinamerika

Falls du in der Schule Spanisch gelernt hast, habt ihr wahrscheinlich die Variante benutzt, die in Spanien gesprochen wird, besonders in der Gegend um Madrid und Salamanca. Natürlich verstehen Spanier und Lateinamerikaner sich untereinander, aber es gibt dennoch große Unterschiede. Falls dein Schulspanisch also ziemlich eingerostet ist oder du überhaupt noch keine Spanischkenntnisse hast, empfehle ich dir daher, lateinamerikanisches Spanisch zu lernen. 

Die größten Unterschiede findest du beim Vokabular, wobei hier auch jedes lateinamerikanische Land seine eigenen Wörter und Slangausdrücke hat. 

Insgesamt ist das lateinamerikanische Spanisch viel stärker vom Englischen beeinflusst. Wörter und Ausdrücke wie „el computador“, „la renta“ oder „un día full“ sind hier völlig normal. 

Der wichtigste Unterschied zwischen Spanien und Lateinamerika ist vielleicht, dass in den lateinamerikanischen Ländern das Pronomen „vosotros“ (2. Person Plural –> ihr) nicht benutzt wird und du entsprechend auch diese Verbkonjugation nicht lernen musst. Stattdessen brauchst du nur die 3. Person Plural „ustedes“.  In Spanien ist das eine formelle Anrede für mehrere Personen, in Lateinamerika sagst du das auch zu einer Gruppe von Freunden. 

Des Weiteren gibt es in vielen Ländern Lateinamerikas einen starken Einfluss indigener Sprachen, vor allem im kulturellen und kulinarischen Bereich. Im mexikanischen Yucatan ist die Maya-Sprache stark präsent, in den Andenregionen sind es Quechua und Aymara. Die meisten Paraguayer sind zweisprachig und mischen Guaraní und Spanisch mitunter so stark, wenn sie sich miteinander unterhalten, dass du auch mit guten Spanischkenntnissen plötzlich nicht mehr viel verstehst. 

Wo ist das Spanisch am leichtesten zu verstehen, wo am schwiergsten?

Ich kann leider wenig zu den Ländern Mittelamerikas sagen, aber insgesamt würde ich sagen, dass Mexikaner, Kolumbianer, Ecuadorianer und Peruaner ziemlich leicht zu verstehen sind. 

Chilenen haben den Ruf, ein extrem schlecht verständliches Spanisch mit vielen landesspezifischen Wörtern und Ausdrücken zu sprechen. Auch Kubaner sind auf Anhieb nicht gerade leicht zu verstehen. 

Insgesamt sind die verschiedenen Spanischvarianten jedoch weniger furchteinflößend als deutsche Dialekte (sagt ein Nordlicht, das nach Süddeutschland zog und dort am Anfang leichte Verständnisprobleme hatte). 

Spanisch in Argentinien und Uruguay

Während ich einen Venezolaner sprachlich nicht  auf Anhieb von einem Mexikaner unterscheiden kann, klappt das mit Argentiniern und Uruguayern sofort. Das Spanisch in Argentinien und Uruguay ist weicher, von der Aussprache erinnert es bei manchen Buchstabenkombination an Portugiesisch und in beiden Ländern wird statt „tú“ „vos“ mit einer eigenen Konjugation benutzt: Aus „tú tienes“ wird „vos tenés“ (du hast). 

Keine Angst, Argentinier und Uruguayer werden dich ohne Probleme verstehen. Umgekehrt wirst du eine Weile brauche, um dich an ihre Variante des Spanischen zu gewöhnen. 

Spanisch online lernen

Um dir einen Grundwortschatz aufzubauen und Grammatikkenntnisse anzueignen, kannst du die Apps duolingo oder Babbel benutzen. Duolingo ist zwar kostenlos und sehr populär, meiner Meinung nach jedoch weniger effektiv. 

Wenn du dich mit diesem Link bei Babbel anmeldest, kannst du es eine Woche lang kostenlos ausprobieren. Wenn du danach nicht gleich weitermachst, wird Babbel dir 50% Rabatt anbieten, also 12 Monate zum Preis von 6 (ca € 40 für das komplette Jahr). Achte einfach auf die Emails, es kommen mehrere :-). 

Wenn du regelmäßig übst, reicht ein Jahr völlig, um das gesamte Material von Babbel durchzugehen und ist meiner Meinung nach eine gute Investition.

Spanisch üben mit einem Lehrer oder Tutor aus Lateinamerika

Egal, wie lange und intensiv du alleine lernst, irgendwann musst du anfangen, mit einem Muttersprachler zu sprechen. Und damit kannst du schon vor deiner Reise anfangen. Auf der Plattform italki findest du Spanischlehrer aus sämtlichen Ländern Lateinamerikas. Du kannst entweder einfach nur Konversation mit einem Tutor üben oder du suchst dir einen professionellen Lehrer, mit dem du dich regelmäßig auf Skype triffst und der dir auch die Grammatik erklärt und normalerweise strukturierten Unterricht anbietet. 

Wenn du einen sympathischen Lehrer oder Tutor gefunden hast, kannst du mit ihm oder ihr natürlich auch während deiner Reise weiter üben. Es macht Spaß, im Sprachunterricht von deinen Erlebnissen zu erzählen. Probier’s mal aus. 

Wenn du dich über meinen Referral-Link bei italki anmeldest, bekommst du nach deiner ersten Unterrichtsstunde eine Gutschrift von USD 10 für die nächste Stunde. Die italki-Lehrer legen ihre Preise übrigens selber fest, d.h. sie variieren stark, aber es ist für jedes Budget etwas Passendes dabei. 

Besuch von Sprachschulen in Lateinamerika

Falls du vorhast, längere Zeit in Lateinamerika zu reisen, macht es Sinn, vor Ort, eine Sprachschule zu besuchen und während deines Kurses bei einer Familie vor Ort zu wohnen. Auf diese Weise wirst du garantiert schnell Spanisch sprechen. Beliebte Ort für einen Sprachkurs sind z. B. Antigua in Guatemala, Medellín in Kolumbien oder Montañita in Ecuador. Grundsätzlich findest du aber in jeder größeren und/oder touristischen Stadt Lateinamerikas Sprachschulen. 

Brasilianisches Portugiesisch

Vielleicht möchtest du Brasilien besuchen und fragst dich, ob nun auch noch Portugiesisch lernen sollst. Sagen wir mal so, ein paar Ausdrücke sind nicht schlecht, vor allem „tudo bem“ (wie geht’s) und „obrigado/a“ (danke), weil das doch ganz anders ist als Spanisch. Insgesamt gibt es jedoch wesentlich mehr Wörter, die in beiden Sprachen gleich oder fast gleich sind. 

Portugiesisch ist eine eigene Sprache, aber gleichzeitig sind sich Spanisch und Portugiesisch so ähnlich, dass du in Brasilien mit Spanisch eher durchkommst als mit Englisch. Soll heißen, es ist nicht notwendig, Spanisch und Portugiesisch zu lernen. Ich selber spreche beide Sprachen, aber nachdem ich jetzt doch schon sehr lange ausschließlich in spanischsprachigen Ländern unterwegs bin, müsste ich mein Portugiesisch gewissermaßen erst wieder aktivieren. 

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Spanisch für Lateinamerika
Spanisch in Lateinamerika

Die Autorin

Daniela kommt ursprünglich aus Deutschland. Im Oktober 2014 hat sie alles verkauft, ihren Job gekündigt und lebt seitdem als digitale Nomadin. Die meiste Zeit ist sie in Lateinamerika anzutreffen. Sie liest gerne und viel, praktiziert Yoga und interessiert sich für psychologische, soziologische und ökologische Themen. Außer hier schreibt sie auch auf Digital Nomads Peru

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