Ein Tag in Guayaquil

Ähnlich wie die peruanische Hauptstadt Lima ist auch Ecuadors größte Stadt Guayaquil oft nur Ausgangspunkt zur Weiterreise in andere Teile Ecuadors oder auf die Galapagos-Inseln. Ich hatte kurz überlegt, eine Weile in Guayaquil zu bleiben und von dort aus zu arbeiten, mich aber letztlich dagegen entschieden. Schade, denn mein erster und zugegebenermaßen kurzer Eindruck war sehr positiv und die Kombination 1 Monat Punta La Barca + 3 Wochen Guayaquil wäre letztlich besser für mich gewesen. Falls ich noch mal nach Ecuador zurückkehre (was wahrscheinlich ist), werde ich es sicherlich anders machen. So hatte ich nur einen kompletten Tag in Guayaquil und werde dir kurz meine Eindrücke schildern und dir sagen, wie du einen Tag in Guayaquil am besten verbringen kannst.

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Die Stadt Guayaquil

Mit mehr als drei Millionen Einwohnern in der Metropolregion ist Guayaquil die größte Stadt Ecuadors und liegt im Süden des Landes am Fluss Guayas, der wenige Kilometer weiter in den Pazifik mündet. Das Klima ist das ganze Jahr über feuchtheiß mit Temperaturen um die 30° C. Zwischen Januar und April kommt es zu starken Regenfällen, die oft zu Überflutungen führen. 

Guayaquil wurde im Jahr 1538 von dem spanischen Eroberer Francisco de Orellana gegründet und hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Am 26. Juni 1822 trafen sich hier der argentinische General José de San Martín und der Venezolaner Simon Bolívar, um die weitere Zukunft eines unabhängigen Lateinamerikas zu planen. 1896 wurde ein großer Teil von Guayaquil durch ein Feuer zerstört. 

Von Madrid und Amsterdam aus gibt es Direktflüge nach Guayaquil. Außerdem kann man von Guayaquil aus in weitere lateinamerikanische Länder wie zum Beispiel Peru, Chile, Kolumbien oder Mexiko fliegen. Die meisten nationalen Direktflüge gehen nach Quito und auf die Galapagos-Inseln. 

Guayaquils Busbahnhof ist der größte, den ich bisher in  Lateinamerika gesehen habe. Es gibt über 100 Busbahnsteige, von denen aus kontinuierlich Busse in alle Teile Ecuadors sowie nach Peru, Kolumbien und Venezuela fahren. Zudem kannst du dort nach Herzenslust essen und einkaufen. 

Wandbild Guayaquil
Das alte Guayaquil auf einem Wandbild

Ein Tag in Guayaquil - Welche Sehenswürdigkeiten gibt es?

Guayaquil ist nicht wirklich touristisch, entsprechend gibt es keine Liste von Sehenswürdigkeiten, die man unbedingt abklappern sollte. Die Stadt ist jedoch sehr schön am Guayas-Fluss gelegen und hat eine lange Promenade (Malecón 2000 oder eigentlich Malecón Simon Bolívar), der bis zu Las Peñas mit seinem Leuchtturm und malerischen Gassen und bunten Häusern führt. Es lohnt sich, abends noch einmal dorthin zurückzukommen und in einem der zahlreichen Bars etwas zu trinken oder einfach die Aussicht auf die Lichter der Stadt zu genießen.

Skyline Guayaquil
Eines der wenigen Hochhäuser Guayaquils mit dem Fluss Guayas im Hintergrund

Las Peñas

Ich habe meinen Spaziergang morgens in Las Peñas gestartet, weil es über 400 Stufen bis hoch zum Leuchtturm sind und ich mir dachte, es wäre am besten, mit der anstrengendsten Etappe anzufangen, solange es noch ein bisschen frisch ist. Tatsächlich waren die 400 Stufen kein wirkliches Problem und es gibt auch alle paar Meter eine Bank zum Ausruhen. Zudem wirst du wahrscheinlich immer mal wieder Fotostopps machen. Als Ziel für meinen Uber-Fahrer hatte ich “La Planchada” angegeben. Von dort aus kommt du in zwei Minuten zum Beginn der Treppen.

Die Stufen sind nummeriert, was ich persönlich immer sehr angenehm finde, weil ich dann weiß, wie viel ich schon geschafft habe und was noch vor mir liegt. Bei El Peñol in Kolumbien war das genauso, aber da ging es einfach nur steil bergauf. Die Treppen von Las Peñas sind dagegen sehr angenehm, zumal an beiden Seiten hübsche bunte Häuser mit Restaurants oder kleinen Geschäften sind. Als ich morgens gegen 10:00 Uhr dort war, war noch nicht viel los, aber abends sieht das ganz anders aus. Ich war nach der Rückkehr von den Galapagos noch einmal gegen 20:00 Uhr dort. Auch der Ausblick vom Leuchtturm auf die Lichter von Guayaquil ist abends noch einmal etwas ganz Anderes. Man merkt, wie groß diese Stadt ist.

Nach knapp 400 Stufen hast du es fast geschafft und stehst erst einmal vor dem Museum “El Fortín del Santa Ana”, eine Nachbildung der Festungsanlage von Guayaquil aus dem 17. Jahrhundert. Es kostet keinen Eintritt, aber es ist auch nichts Besonderes.

Zum Schluss fehlen noch einige Stufen bis hoch zum Leuchtturm. Auf dem Platz davor befindet sich auch eine kleine Kirche und du hast einen genialen Ausblick auf die Stadt Guayaquil und die bunten Häuser auf dem Cerro Santa Ana. Der Anblick hat mich ein bisschen an die Comuna 13 in Medellin erinnert. So schön es auch aussieht, laut meines Uber-Fahrers ist es wohl kein Stadtteil, in dem man als Tourist alleine durch die Gegend laufen sollte.

Auf dem Rückweg kannst du etwa nach der Hälfte der Stufen links abbiegen. Dort führt eine andere Treppe zur Numa Pompilio Llona-Gasse herunter. Dort angekommen kannst du entweder gleich rechts gehen und dir die schönen alten Häuser in der Gasse anschauen oder du biegst erst links ab und kommst zu einem netten Platz mit zahlreichen Bänken mit Aussicht auf den Guayas-Fluss. Egal, wie du dich entscheidest, am Ende der Numa Pompilio Llona-Gasse landest du wieder bei La Planchada und bist von dort aus schnell auf dem Malecón.

Las Peñas Guayaquil
Treppe hoch zum Leuchtturm
Leuchtturm von Las Peñas, Guayaquil
Leuchtturm von Las Peñas
Cerro Santa Ana Guayaquil
Cerro Santa Ana
Museum Fortin del Santa Ana
Eingang zum Museum El Fortín de Santa Ana

Malecón 2000

Der Malecón 2000 startet mit einem kleinen Vergnügungspark, inklusive dem angeblich höchsten Riesenrad Südamerikas (laut Lonely Planet). Ich fand es nicht sonderlich beeindruckend, was aber auch daran liegen mag, dass derartige Vergnügungen einfach nicht mein Ding sind.

Wenn du den Vergnügungspark hinter dir gelassen hast, kannst du das MAAC (Museum für Archäologie und Moderne Kunst) besuchen – vorausgesetzt es ist nicht gerade Montag, so wie bei mir. Da haben Guayaquils Museen nämlich leider geschlossen.

Anschließend hast du die Möglichkeit, entweder direkt die Promenade entlangzulaufen oder in den Park rechts daneben zu gehen. Ich habe die zweite Option gewählt und fand die Luft zwischen den Bäumen wesentlich frischer und angenehmer als am Malecón.

Der Malecón ist mit 2,5 km ziemlich lang. Ich wusste zwar, dass es zum Ende hin eine “Fressmeile” gab, war aber happy, als kurz nach dem Park ein “Sweet & Coffee” kam. Das ist Ecuadors Antwort auf Starbucks, der ganze Ablauf und das Angebot sind so gut wie gleich. Leider auch alles Einwegverpackungen, viel zu viel Plastik und Strohhalme. Da ich aber dringend etwas Kaltes brauchte, habe ich das wohl oder übel hingenommen.

Ein Stück weiter kommt dann der Platz der Befreiung Südamerikas mit einer Statue von Simon Bolívar und José de San Martín und den Flaggen von Uruguay, Argentinien, Chile, Bolivien, Peru, Ecuador, Kolumbien und Venezuela, die alle Anfang des 19. Jahrhunderts ihre Unabhängigkeit von Spanien erlangten. Hier findest du auch den obligatorischen Guayaquil-Schriftzug.

Du kannst dann noch weiter die Promenade entlanggehen und landest irgendwann bei einem kleinen Einkaufszentrum. Ich bin kurz rein und schnell wieder heraus, weil es drinnen eiskalt war. Bekanntlich kann man es mit der Klimaanlage auch übertreiben. Zum Glück muss man nicht durch die Mall, sondern kann auch nebenher gehen.

Als nächstes folgt dann die bereits erwähnte Fressmeile. Zunächst einige eher teuer und schick aussehende Restaurants, danach eine ganze Reihe von Mini-Restaurants, die zumeist typisch ecuadorianisches Essen verkaufen, viel mit Fisch und Meeresfrüchten, aber auch Huhn. Mit vegetarischen oder gar veganen Optionen sieht es allerdings eher schlecht aus. 

Am Ende des Malecóns befindet sich dann noch ein Markt mit Kunsthandwerk.

Ich bin noch ein Stück die Straße heruntergegangen, habe mich aber nach vier bis fünf Blocks nicht mehr so wohl gefühlt und bin daher umgekehrt. Die Gegend sah zunehmend ärmlicher aus und mir begegneten einige nicht allzu sehr vertrauenserweckende Gestalten. Ich wusste zu wenig über Guayaquil und seine Stadtteile, um einschätzen zu können, wie sicher es südlich des Malecóns ist und in solchen Fällen macht es einfach Sinn, nichts herauszufordern.

Der Malecón ist übrigens durch einen Zaun von der Straße getrennt und man kommt nur durch einige Tore herein.

Park am Malecon 2000 - Guayaquil
Park am Malecon 2000
Guayaquil Ecuador
Monumento de Simon Bolivar y San Martin
Malecon 2000 Guayaquil
Beginn der Fressmeile am Malecon 2000
Boot auf dem Rio Guayas
Boot auf dem Rio Guayas

Parque de las Iguanas

Dein letzter Stopp in Guayaquil sollte der Iguana-Park sein, der offiziell Parque Bolivar heisst. Er liegt nur wenige Blocks vom südlichen Ende des Malecón entfernt, du kannst also problemlos zu Fuß dorthin gehen. Seinen inoffiziellen Namen hat der Park den vielen Iguanas zu verdanken, die dort leben und teilweise von Besuchern mit Salat gefüttert werden. Sie sind dermaßen an Menschen gewöhnt, dass sie einem sogar aus der Hand fressen. Ich mag jetzt nicht darüber spekulieren, ob es gut und gesund für die Tiere ist, mitten in einer Großstadt zu leben.

Einen Block vom Park entfernt befindet sich das Städtische Museum mit seiner sehr schönen Fassade. Ebenso wie das MAAC am Malecón hatte es montags leider geschlossen, so dass ich es nicht besuchen konnte.

Iguana in Guayaquil
Eines der Iguanas im Park

Transportmittel in Guayaquil

Der Busbahnhof und der Internationale Flughafen von Guayaquil liegen praktisch nebeneinander, etwa 8 km vom Stadtzentrum entfernt. Meine Unterkunft lag so ziemlich in der Mitte und nachdem ich für meine erste Uber-Fahrt ins Stadtzentrum knapp 3 Dollar bezahlt hatte, wurde mir klar, dass der Taxifahrer, der mich vom Busbahnhof zu meiner Unterkunft gefahren hatte, mich ziemlich abgezockt hatte. Das hatte nämlich doppelt soviel gekostet. Überhaupt waren meine Erfahrungen mit ecuadorianischen Taxifahrern fast ausschließlich schlecht, so dass ich extrem dankbar war, dass ich in Guayaquil wieder Uber benutzen konnte.

Natürlich kannst du auch mit dem Bus fahren. Das kostet 30 Cent pro Fahrt. Für nur einen Tag war mir die Bus-Option aber schlichtweg zu stressig und da eine Uber-Fahrt nur 2 – 3 Dollar kostete, lohnte sich es einfach nicht. Diese Kleinigkeiten sind mein kleiner Luxus. Anders als vor 30 Jahren bin ich heute keine Budget-Backpackerin mehr, die jeden Cent zweimal umdrehen muss. Ein bisschen Komfort muss einfach sein.

Unterkünfte in Guayaquil

Ich habe vor meinem Flug zu den Galapagos-Inseln 2 Nächte in Guayaquil verbracht und war dann vor meiner Rückkehr nach Peru noch eine Nacht dort. Beide Male habe ich einige Kilometer entfernt vom Malecon 2000 übernachtet, was aber bei den günstigen Uber-Preisen kein Problem war. Meine erste Unterkunft Suites del Norte war sehr angenehm mit einem großen Zimmer und Badezimmer und einer sehr netten Besitzerin. Meine zweite Unterkunft empfehle ich hier nicht, weil sie zwar nicht direkt schrecklich war, aber halt auch nichts, was ich noch einmal buchen würde.

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Bücher über Ecuador

Ecuador ist kein typisches Reiseland. Wer nicht mit dem Bus unterwegs ist, lässt das kleine Land an der Pazifikküste oft einfach links liegen und fliegt direkt von Kolumbien nach Peru. Das ist schade, weil Ecuador geographisch ähnlich wie Peru aufgeteilt ist (Küste, Andengebiet, Dschungel) und eine Menge zu bieten hat. Wenn du mehr über Ecuador erfahren möchtest, empfehle ich dir folgende Bücher: 

En Tag in Guayaquil Ecuador

Die Autorin

Daniela kommt ursprünglich aus Deutschland. Im Oktober 2014 hat sie alles verkauft, ihren Job gekündigt und lebt seitdem als digitale Nomadin. Die meiste Zeit ist sie in Lateinamerika anzutreffen. Sie liest gerne und viel, praktiziert Yoga und interessiert sich für psychologische, soziologische und ökologische Themen. Außer hier schreibt sie auch auf Digital Nomads Peru

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