Schnuppertage in Playa del Carmen

Playa del Carmen ist einer der bekanntesten Badeorte an der Riviera Maya. Ich war bereits letztes Jahr kurz an der Karibikküste Yucatans gewesen und hatte Tulum besuchen, was noch ein Stück südlich von Playa del Carmen liegt.

Da ich einen Nachtflug von Lima nach Cancún hatte, im Flugzeug beim besten Willen nicht wirklich schlafen kann und entsprechend am nächsten Tag völlig erledigt bin, hatte ich mir relativ früh überlegt, nicht gleich die 4stündige Busfahrt nach Mérida anzutreten, sondern ein paar Tage in der Nähe von Cancún zu bleiben.

Playa del Carmen bot sich an, weil es nur etwa eine Stunde entfernt ist und die Busse direkt vom Flughafen abfahren. Zudem hat die Stadt den Ruf, ein Hotspot von digitalen Nomaden zu sein, so dass ich es mir einfach mal anschauen wollte.

Playa del Carmen
Blick zum Meer

Von Cancún nach Playa del Carmen

Im Flughafengebäude ist ein ADO-Schalter, an dem man das Busticket nach Playa del Carmen kaufen kann. Es kostet etwa € 10 für die gut einstündige Fahrt. ADO ist eine große Busgesellschaft in Mexiko. Die Tickets kann man auch online kaufen, aber da man bei Flügen nie weiß, wann man nun genau mit allen Formalitäten fertig ist und sich meine Ankunft in Cancún ja nun auch tatsächlich als ziemlich anstrengend erwiesen hatte, ist es keine gute Idee, das Ticket vorher zu kaufen. Normalerweise ist es in Mexiko (und ganz Lateinamerika) eh kein Problem, spontan ein Ticket zu kaufen. Allerdings hat ADO günstigere Preise, wenn man online und nicht auf den letzten Drücker kauft. 

Die einstündige Fahrt gestaltete sich als ereignislos. Wir kamen direkt im Stadtzentrum an. Playa del Carmen hat zwei Busbahnhöfe. Der Terminal Turístico bedient den Flughafen und einige andere Ziele an der Riviera Maya, der Terminal Alterna alle anderen Städte in Yucatán und Mexiko. 

Da mein Airbnb nur etwa einen Kilometer von dem Busbahnhof entfernt war, bin ich gelaufen und bekam einen ersten Eindruck: jede Menge Souvenirgeschäfte und Touranbieter. 

Mein Airbnb war ein kleines und sehr nettes Studio. Vor allem war es ruhig. 

Airbnb Playa del Carmen
Patio meines Airbnbs

Mein Aufenthalt in Playa del Carmen

Um es gleich vorweg zu sagen: Ich habe nicht wirklich viel gemacht. Ich musste ein Ghostwriting-Projekt beenden, zudem hat es an zwei Tagen ziemlich heftig geregnet, womit ich Mitte Dezember nicht mehr gerechnet hatte. 

Dieses Ghostwriting-Projekt hat mir übrigens ganz deutlich gemacht, dass ich nicht mehr für andere arbeiten möchte, auch nicht als Freelancer. Wegen diesem Projekt habe ich mein eigenes Buch und einige andere Sachen zeitweilig ad acta gelegt und dieses ewige Prokrastinieren ist nicht so optimal. 2020 wird also ganz im Sinne eigener Projekte und Publikationen stehen. 

Okay, zurück zu Playa. Das Stadtzentrum bzw die Fußgängerzone ist meiner Meinung nach ein ziemlicher Alptraum. Ein richtiges Spiessrutenlaufen, weil dich ständig jemand anquatscht und dir etwas verkaufen will. Für mich supernervig und mit der Folge, dass ich garantiert gar nichts kaufe. 

Sobald man allerdings aus der Fußgängerzone raus ist, sieht es gleich ganz anders aus. Da mein Airbnb keine Küche hatte, musste ich mir morgens einen Ort zum Frühstücken suchen und fand gleich am ersten Tag ein total niedliches Café. Dessen Besitzer hatte ein paar Jahre in Ulm gelebt und sprach ganz gut Deutsch. Und mexikanisches Essen ist halt immer genial. 

Mexikanisches Frühstück
Frühstück in Mexiko: Käseomelett mit Tortillas und Beilagen (oben) und Huevos Rancheros in Tomatensauce (rechts)
Huevos rancheros

In der Nähe des Rathauses (Palacio Municipal) fanden sich weitere schöne Cafés und Restaurants mit sehr guter Auswahl und günstigen Preisen. Und natürlich stand dort auch der obligatorische Weihnachtsbaum. Irgendwie scheint ganz Lateinamerika diese pyramidenförmigen Baumattrappen zu bevorzugen. Dieser hier war besonders kitschig dekoriert: 

Weihnachsbaum in Playa del Carmen
Weihnachtsbaum in Playa del Carmen - Sind das Teletubbies?

Mein Fazit zu Playa del Carmen

Tja, was soll ich sagen? Also, den Hype um Playa del Carmen kann ich nach diesen ersten und zugebenermaßen kurzen Eindrücken nicht nachvollziehen. Es wirkte auf mich wie viele Urlaubsorte an der spanischen Mittelmeerküste. Mit Mexiko, so wie ich es im Jahr zuvor in Mérida kennengelernt hatte, hatte das nicht viel zu tun. Ich kann mir vorstellen, dass es als Homebase nicht so schlecht ist, weil man von dort aus schnell zu anderen Zielen im Bundesstaat Quintana Roo kommt. Aber irgendwie habe ich trotzdem so meine Zweifel, ob ich dort irgendwann einmal eine längere Zeit verbringen werde. Da stehen wohl noch zu viele andere Orte weiter oben auf meiner Liste.

Playa del Carmen

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