Galapagos: Ein Tag in Puerto Ayora – Insel Santa Cruz

Mit etwa 12000 Einwohnern ist Puerto Ayora der bevölkerungsreichste Ort auf den Galapagos-Inseln. Die meisten Touristen werden zumindest eine kurze Zeit dort verbringen, weil sie z.B. vom Flughafen Batra kommen und mit der Fähre nach San Cristobal, Isabela oder Floreana fahren möchte.

Die direkt an der Küste gelegenen Straßen Puerto Agoras sind extrem touristisch. Hier reiht sich ein Hostal, ein Restaurant, ein Souvenirshop an das nächste. Je näher man am Meer ist, desto teurer wird vor allem das Essen. Trotzdem lohnt es sich, einen Tag komplett für den Ort Puerto Ayora einzuplanen und die Charles Darwin Research Station sowie Tortuga Bay mit Playa Brava und Playa Mansa zu besuchen.

Die Reihenfolge würde ich vom Wetter abhängig machen. Ich war vormittags bei Tortuga Bay, weil schon morgens die Sonne schien und bin dann nach einer kurzen Verschnaufpause im Hostal zur Charles Darwin Research Station gelaufen. 

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Meeresechse Galapagos
Junge Meeresechse

Tortuga Bay

Tortuga Bay hat den Ruf, eine der schönsten Strände Südamerikas zu sein. Tatsächlich findest du dort herrlichen weißen Sand und das Wasser schillert von Hell- bis zu Dunkelblau. Der Strand Los Frailes an der ecuadorianischen Küste braucht sich jedoch zum Beispiel nicht hinter Tortuga Bay zu verstecken. Viel interessanter ist, dass bei Tortuga Bay zahlreiche Meeresechsen (iguanas marinas) zu Hause sind. Während es die normalen Iguanas überall auf dem Kontinent gibt, ist diese spezielle Unterart nur auf dem Galapagos-Inseln heimisch und es ist wahrlich ein faszinierendes Erlebnis, wenn du am Strand entlangläufst und plötzlich kommt so ein Mini-Drache aus dem Meer und läuft ganz entspannt einen halben Meter an dir vorbei.

Tortuga Bay
Tortuga Bay

Der Weg zu Tortuga Bay

Falls deine Unterkunft nicht allzu weit vom Pier (dort, wo die Fähren abfahren) entfernt ist, kannst du die gesamte Strecke laufen. Bis zum Beginn des Trails ist es von Puerto Ayora aus nicht weit, da lohnt sich ein Taxi nur, wenn dein Hostal vielleicht 2 oder 3 km vom Pier entfernt liegt.

Am Beginn des Trails musst du dich kurz mit Namen und Herkunftsland registrieren und bekommst einige Erklärungen. Dort gibt es auch Toiletten. Nutze sie, denn bei Tortuga Bay gibt es keine. Genauso wenig, wie die Möglichkeit, dich mit Essen oder Trinken zu versorgen. In dem Häuschen, wo du dich registrieren musst, verkaufen sie Eis. Vielleicht auch Wasser, aber da bin ich mir nicht ganz sicher. Es ist auf jeden Fall besser, alles Notwendige dabeizuhaben.

Der Trail selber ist 2,5 km lang und wenn die Sonne scheint, dann ist so gut wie kein Schatten vorhanden, da du durch einen Bosque Seco (Trockenwald) läufst, d.h. es gibt keine Blätter an den Ästen, die ausreichend Schatten werfen könnten. Der Trail ist zwar gepflastert, aber es gibt nichts wirklich Interessantes zu sehen und als Folge zieht er sich ziemlich lang an.

Irgendwann stehst du dann aber an der Playa Brava und hast dein erstes Wow-Erlebnis. Selbst an einem Sonntag waren nicht wirklich viele Leute dort. Laut Schildern ist das Meer dort ein bisschen gefährlich für Schwimmer. Ich habe dort jedenfalls erst einmal eine längere Pause gemacht, mich gesonnt und den Meeresechsen zugeschaut.

Am Ende von Playa Brava findest du besonders viele Meeresechsen und rechts geht es dann zu Playa Mansa, der an einer Lagune gelegen ist, wo du ohne Probleme schwimmen kannst. Das Wasser ist auch wesentlich wärmer.

Der Rückweg den Trail entlang zog sich dann wirklich lang und war zwischen 13:30 und 14:00 Uhr vor allem heiß. Wegen der Hitze hatte ich mein Kleid noch nicht wieder übergezogen, sondern bin in Bikinioberteil und Sarong gelaufen. Das war an sich eine gute Idee, aber mir knallte die ganze Zeit die Sonne auf den Rücken und abends sah man dann ganz genau, an welchen Stellen ich mich nicht gut eingecremt hatte.

Meeresechsen Tortuga Bay
Meeresechsen Tortuga Bay
Playa Mansa Santa Cruz
Playa Mansa

Charles Darwin Research Station

Von Tortuga Bay kommend befindet sich die Charles Darwin Research Station genau am anderen Ende von Puerto Ayora. Vom Pier aus läuft man ca 20 Minuten. Ist immer schlecht einzuschätzen, weil es auf dem Weg dorthin jede Menge Souvenirshops und Gallerien gibt, wo man automatisch stehenbleibt, um ein bisschen zu schauen.

Ebenso wie Tortuga Bay kostet auch die Charles Darwin Research Station keinen Eintritt. Hier folgst du der “Ruta de la Tortuga”, also dem Schildkrötenpfad und lernst dabei eine Menge über Charles Darwin sowie über die Galapagos-Inseln und ihre Tierwelt, vor allem natürlich über die Riesenschildkröten.

Ein bisschen traurig ist die Geschichte von Lonesome George, dem letzten Exemplar der auf der Insel Pinta heimischen Riesenschildkröten. Eigentlich ging man schon Anfang des 20. Jahrhunderts davon aus, dass die dortige Spezies ausgestorben war, aber dann wurde 1971 Lonesome George entdeckt. Man versuchte weltweit eine weibliche Pinta-Schildkröte zu finden, aber erfolglos. Lonesome George starb ohne Nachkommen im Jahr 2012. Damit war die vierte der insgesamt 15 auf den Galapagos heimischen Riesenschildkröten-Arten ausgestorben.

Heute ist Lonesome George in einem speziell klimatisierten Raum der Charles Darwin Research Station ausgestellt. Für den Laien sehen natürlich alle Unterarten der Galapagos-Riesenschildkröte gleich aus, aber es ist halt traurig, wenn etwas grundsätzlich verloren und nicht mehr existent ist und im Fall von Galapagos liegt die Schuld eindeutig bei den Menschen. In früheren Jahrhunderte haben Seeleute die Schildkröten rücksichtslos als lebende Konserve mit auf die Schiffe genommen. Man schätzt, dass auf diese Weise um die 200.000 Schildkröten ums Leben kamen.

Erst im 20. Jahrhundert fing ein Umdenken an und man begann damit, Schildkröten in Aufzuchtstation unterzubringen, um sie halbwild aufwachsen zu lassen und später teilweise wieder in ihre ursprünglichen Habitate zu bringen. Dieses Programm war so erfolgreich, dass heute keine der noch existierenden 11 Riesenschildkrötenarten mehr als gefährdet gilt.

Überhaupt sind die Galapagos-Inseln ein herausragendes Beispiel für gelungenen Ökotourismus, an dem auch die Einheimischen teilhaben. Nirgendwo in Lateinamerika habe ich soviel Umweltbewusstsein erlebt wie hier, mit sauberen Stränden und Straßen.

Galapagos-Riesenschildkröten
Galapagos-Riesenschildkröten
Ruta de la Tortuga
Ruta de la Tortuga
Willst du ein oder zwei Nächte in Puerto Ayora verbringen? 
 

Von Santa Cruz nach San Cristóbal

Nach San Cristobal kannst du täglich um 7:00 oder um 14:00 Uhr fahren. Dein Ticket (30 Dollar) musst du im Voraus kaufen und dann eine halbe Stunde vor Abfahrt des Bootes am Pier sein. Die Überfahrt dauert knapp 2 Stunden. Da es gegen die Strömung geht, musst du damit rechnen, dass du wesentlich stärker durchgeschüttelt wirst als auf dem umgekehrten Weg, San Cristobal nach Santa Cruz. Obwohl ich normalerweise nicht seekrank werde, hatte ich mir vorsichtshalber in einer Apotheke in Puerto Ayora Tabletten besorgt und eine genommen. Mir wurde zwar nicht schlecht, aber das ständige Aufschlagen des vorderen Teil des Bootes aufs Wasser ist super unangenehm. Ganz hinten solltest du allerdings auch nicht sitzen, denn dort besteht die Gefahr, dass du ziemlich nass wirst und zum anderen ist der Teil nicht windgeschützt. Kurz und gut, der Inselwechsel auf Galapagos war für mich der unangenehmste Teil der Reise. 

Tortuga Bay Playa Mansa
Tortuga Bay - Playa Mansa

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Bücher über Ecuador

Ecuador ist kein typisches Reiseland. Wer nicht mit dem Bus unterwegs ist, lässt das kleine Land an der Pazifikküste oft einfach links liegen und fliegt direkt von Kolumbien nach Peru. Das ist schade, weil Ecuador geographisch ähnlich wie Peru aufgeteilt ist (Küste, Andengebiet, Dschungel) und eine Menge zu bieten hat. Wenn du mehr über Ecuador erfahren möchtest, empfehle ich dir folgende Bücher: 

Die Autorin

Daniela kommt ursprünglich aus Deutschland. Im Oktober 2014 hat sie alles verkauft, ihren Job gekündigt und lebt seitdem als digitale Nomadin. Die meiste Zeit ist sie in Lateinamerika anzutreffen. Sie liest gerne und viel, praktiziert Yoga und interessiert sich für psychologische, soziologische und ökologische Themen. Außer hier schreibt sie auch auf Digital Nomads Peru

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