Ica und die Wüstenoase Huacachina

Die peruanische Küste ist unter internationalen Touristen noch nicht so bekannt, weil die meisten sich von Lima aus doch direkt auf den Weg nach Cusco und ins Heilige Tal der Inkas machen. Und dabei gar nicht wissen, was sie verpassen. In diesem Artikel stelle ich dir die Stadt Ica und die traumhaft schöne Wüstenoase Huacachina vor. 

Auf Janines Blog „Gepackt und los!“ findest du eine Übersicht über die schönsten Reiseziele an der südperuanischen Küste. Schau mal rein und lass dich inspirieren. 

Falls du mehr von Peru sehen willst als Machu Picchu und das Sacred Valley, hast du die Möglichkeit, das Land per Bus zu erkunden. Seit einigen Jahren bietet die Busgesellschaft PeruHop die Option mit diversen Zwischenstopps auf dem Landweg über Arequipa und den Titicaca-See bis nach Cusco zu fahren. Einer dieser Zwischenstopps ist die Wüstenoase Huacachina. Natürlich kannst du auch mit einem normalen Fernbus fahren. Dein Reiseziel heißt dann Ica, wo es einiges zu machen und sehen gibt. Busse nach Ica fahren von La Victoria in der Av. Mexico 333 (Metropolitano-Haltestelle Avenida Mexico oder mit dem Taxi von Miraflores oder Barranco für 25 Soles). Abfahrtzeiten und Preise findest du hier. Die Fahrt von Lima nach Ica dauert etwa 4 Stunden.

Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links, d.h. ich erhalte eine Provision, wenn du sie klickst und etwas kaufst. Für dich entstehen dabei keine zusätzlichen Kosten. Außerdem ist es mir wichtig zu erwähnen, dass ich nur Produkte empfehle, die ich für gut und sinnvoll halte.

Wo übernachten?

Es gibt zwar auch in Huacachina Unterkünfte, aber in Ica hast du mehr Auswahl und mit dem Taxi oder Tuk-Tuk (in Peru heißt das Mototaxi) kommst du schnell und billig von Ica nach Huacachina. 

Hier findest du Hotels und Hostels in Ica. Die Unterkünfte in Huacachina sind dort auch aufgelistet. 

Ich selber habe im Hotel Kallma etwas außerhalb des Zentrums (auch nah genug zum Laufen) übernachtet. Leider ist es nicht mehr bei booking.com gelistet. Mir hat es dort sehr gut gefallen, weil sie eine super Dachterrasse und schnelles Internet hatten, was in Peru nicht selbstverständlich ist.  

Hotel Kallma, Ica
Dachterrasse des Hotels Kallma

Die Wüstenoase Huacachina

Huacachina ist Perus einzigartige Wüstenoase mit einer wunderschönen Lagune und der Möglichkeit, Sandboarding oder eine kleine Bootstour zu machen. Die meisten Touristen fahren wegen des Sandboardings dorthin, ich habe allerdings darauf verzichtet und lediglich einen Spaziergang gemacht und in einem der Restaurant ein nicht ganz so billiges Mittagessen zu mir genommen. Zieh feste Schuhe an, falls du vorhast, viel im Sand zu laufen, denn dieser ist in der Sonne verdammt heiß. 

Huacachina liegt etwa 5 km westlich von Ica, du kommst für wenige Soles mit dem Taxi oder Tuk-Tuk dorthin. Die Oase entstand, als sich unterirdische Wasserläufe ihren Weg an die Oberfläche bahnten und entwickelte sich ab 1960 langsam zum Touristenziel, zunächst national, später auch international. 

Einer Legende zufolge entstand die Lagune aus den Tränen einer jungen Frau, die nicht aufhören konnte zu weinen, nachdem ihr Ehemann im Krieg gestorben war und die sich später in eine Meerjungfrau verwandelte. Deshalb findest du heute in Huacachina die Statue einer Meerjungfrau neben der Lagune. 

Huacachina
Wüstenoase Huacachina
Du kannst einen Spaziergang machen und die herrliche Vegetation und Aussicht genießen (rechts) oder auch eine kleine Bootstour machen (oben). Es gibt Restaurants, Cafés und natürlich Souvenirshops um die Lagune herum.

Pisco- und Weintour nach Tacama

Ica ist ein Weinanbaugebiet und hier wird auch Perus Nationalgetränk Pisco produziert. Es gibt zahlreiche Weinkeller (bodegas), die man besuchen und wo man verschiedene Sorten von Wein und Pisco probieren kann. Am bekanntesten ist Tacama, wo ich eigentlich hinwollte und was ich auch dir empfehle, aber dummerweise ist das bei mir ein bisschen schiefgegangen: 

Ich hatte also geplant, eine Tacama-Tour zu machen und im Hotel hatte man das für mich gebucht. Leider sagte die Agentur die Tour eine Stunde vor Beginn mangels Teilnehmer ab. Die Hotelmitarbeiterin sagte mir, ich solle mir keine Sorgen machen, sie würde etwas anderes arrangieren. Mein Fehler war, dass ich nicht nachgehakt habe. Ich bin davon ausgegangen, dass sie mich bei einer anderen Agentur unterbringen würde. Meistens funktionieren solche Sachen in Peru ja auch sehr kurzfristig. 

Tatsächlich organisierte sie jedoch einen Taxifahrer für mich. Aufgrund der extrem niedrigen Preise für Taxifahrten in Peru ist das durchaus üblich, ich hatte ähnliche Angebote im Sacred Valley, bin aber kein Fan davon, weil ich erzwungene Gespräche mit Taxifahrern hasse, gleichzeitig aber nicht unhöflich sein möchte. Außerdem hat man nie genug Zeit, sich etwas in Ruhe anzuschauen. 

Ich hätte also ablehnen sollen, als ich das Taxi sah, aber ich hatte mit diesem Arrangement gar nicht gerechnet, war ziemlich perplex und zudem hätte ich dann aus  Zeitmangel komplett auf meine Bodega-Tour verzichten müssen. Also bin ich ins Taxi gestiegen und habe aufs Beste gehofft. 

Unser erster Stop war tatsächlich sehr nett und ich konnte mich einer Führung anschließen, wo uns erklärt wurde, wie Pisco produziert wird und welche Arten von Pisco es gibt. Wir konnten verschiedene Geschmacksrichtungen probieren. Ich war mich noch mit einer Chilenin am Unterhalten, als der Taxifahrer mich drängte, dass wir weiterfahren müssen.  

Als nächstes hielten wir an einem Ort, der ein bisschen düster wirkte und wo jederMenge uralter Sachen herumlagen. Es war zwar ganz interessant, aber eine Bodega war das sicher nicht, und wir sind auch nur 10 Minuten geblieben. 

Tja, und danach ging es zurück zum Hotel. Wir waren insgesamt gerade mal 70 Minuten unterwegs gewesen und ich sagte dem Taxifahrer, dass ich nicht bereit war, dafür 45 Soles (ca € 12) zu bezahlen. Er ignorierte das und fuhr einfach weg, nachdem ich ausgestiegen war. 

In dem Moment kapierte ich, dass das Hotelpersonal ihn schon bezahlt hatte und ich jetzt im Hotel bezahlen sollte. Die Rezeptionistin war auch überrascht, dass ich so schnell zurück war. Ich war nicht wirklich sauer, sondern einfach enttäuscht – und weiterhin nicht bereit, 45 Soles zu bezahlen. Es ist zwar keine Riesensumme, aber ich war über den Mangel an Kommunikation verärgert und das sagte ich der Rezeptionistin auch. Dass sie mich hätte fragen sollen, ob ein Taxi okay ist. Typisch deutsch bin ich da wohl etwas harsch geworden und das Mädel fing an zu weinen. Kurz und gut: Letztlich habe ich doch den vollen Preis bezahlt. Und eine Tacama-Tour steht weiterhin auf meiner Bucket-Liste. 

Pisco in Peru
Pisco in Peru

Regionalmuseum von Ica

Wenn du an den alten Kulturen Perus interessiert bist, sollte bei deinem Besuch in Ica das Regionalmuseum nicht fehlen. Dort sind Gegenstände aus Keramik, Stoffe und Reste von Kleidungsstücken sowie menschliche Überreste ausgestellt. Aufgrund des Wüstenklimas sind zum Beispiel jahrhundertealte Stoffe noch erstaunlich gut erhalten und in Peru werden auch immer wieder Mumien gefunden. Die meisten Ausstellungsobjekte stammen aus der Zeit zwischen 800 v. Chr. und 800 n. Chr. Damals siedelten Angehörige der Nazca und der Paracas-Kulturen in der Region um Ica. Natürlich gibt es auch etwas von den Inkas, aber diese dehnten ihr Reich erst wenige Jahrzehnte vor Ankunft der Spanier bis an die Küsten aus, sie waren in erster Linie Andenbewohner. Ähnlich wie Mesopotamien kann auch Peru als eine Wiege der Menschheit bezeichnet werden. Besonders in den Küstenregionen siedelten schon vor Tausenden von Jahren Menschen, die uns zahlreiche Kunst- und Kultgegenstände hinterlassen haben. Die Inkas kamen erst viel viel später und sind meiner Meinung nach vor allem deshalb faszinierend, weil sie innerhalb von relativ kurzer Zeit ein riesiges Gebiet (vom Norden Argentiniens über Bolivien und Peru bis weit nach Ecuador hinein) erobert und dominiert haben. 

Im Museum selber darf man leider nicht fotografieren. Hinter dem Museum gibt es noch einen Platz mit Informationen zu Maria Reiche, der Erforscherin der Nazca-Linien, und passend dazu eine Nachbildung einiger der bekanntesten Nazca-Figuren. 

Regionalmuseum Ica Peru
Nazca-Linien
Fake-Nazca Linien hinter dem Regionalmusum von Ica - trotzdem interessant

Die Stadt Ica

Um ehrlich zu sein fand ich die Stadt Ica nicht besonders schön, dafür aber genauso laut und nervig wie Lima. 

Es gibt natürlich wie in jeder peruanischen Stadt einen Plaza de Armas und um ihn herum einige Restaurants. Ich habe im „Petros“ in der Jr.  Libertad 173 etwas gegessen und war zufrieden. Insgesamt bieten sie viele Fleischgerichte an. 

In der Nähe vom Museum befindet sich das Einkaufszentrum „El Quinde“, wo es u.a. ein Café der Kette „Sarcletti“ gibt. Sie haben eine gute Auswahl an Sandwiches, Snacks, Desserts, Hauptgerichten bis hin zu alkoholischen Getränken. 

Zum Einkaufen ist Ica wahrscheinlich gar nicht so schlecht. Ich hab einige Klamottenläden gesehen, die ich aus Lima kannte. 

Falls du jedoch nur die Touren und den Museumsbesuch machst und das Stadtzentrum ignorierst, hast du nicht wirklich etwas verpasst. 

Weihnachtsbaum in Peru
Ich war im Dezember in Ica, folglich stand auf der Plaza de Armas ein Weihnachtsbaum

Lektüre zu Peru

Falls du dich vor oder während deiner Reise zu Peru einlesen möchtest, empfehle ich dir folgende Bücher: 

Wer schreibt hier?

Hallo, mein Name ist Daniela. Ich komme ursprünglich aus Deutschland, habe seit 2018 meinen Wohnsitz in Peru und reise als digitale Nomadin durch Lateinamerika. Außer hier schreibe ich auch auf Digital Nomads Peru

Schreibe einen Kommentar

Menü schließen