Von Peru nach Mexiko – Einreise über Cancun

Seit drei Tagen bin ich wieder in Mexiko und werde auch dieses Mal die meiste Zeit in Yucatán verbringen, so wie letztes Jahr. Meinen Wohnsitz in Peru habe ich aufgegeben und bin jetzt fürs Erste mal wieder wohnsitzlos. Von der peruanischen Einwanderungsbehörde bekam ich eine „orden de salida“, eine Anordnung, das Land innerhalb der nächsten Tage zu verlassen. Hörte sich etwas gefährlich an. Natürlich kann ich jederzeit als Touristin zurück und werde das auch im März noch einmal für einige Wochen machen. Ich schreibe diesen Text übrigens, während ich in Playa del Carmen in einem netten Airbnb sitze und es draußen in Strömen regnet. Wie war nun also diese Reise von Lima nach Cancún? Ereignisreich genug, um daraus einen Blogartikel zu machen :-). 

Flughafen Jorge Chávez in Callao/Lima

Limas internationaler Flughafen liegt eigentlich gar nicht in Lima, sondern in Callao. Allerdings gehen Lima und Callao ineinander über, sodass es keinen wirklich großen Unterschied macht. Je nach Verkehrslage dauert es von Miraflores oder Barranco aus mit dem Taxi ca 45 – 60 Minuten bis zum Flughafen. Die Taxifahrt kostet ca € 15. Von Miraflores gibt es zudem noch die Möglichkeit, mit dem Airport Express Lima zum Preis von ca € 8 zum Flughafen zu kommen. 

Mein Flug mit der mexikanischen Airline Interjet ging um 1:00 Uhr nachts. Da es tagsüber einen Steinschlag gegeben hatte und die Panamericana gesperrt war, bin ich bereits gegen 21:00 Uhr los. Letztlich war der Verkehr in der Stadt dann doch nicht so schlimm wie befürchtet, so dass ich bereits um kurz nach zehn am Flughafen war. Die Schalter der in Lima nicht so präsenten Airlines öffnen immer erst zwei Stunden vor Abflug, so dass ich meinen Rucksack erstmal noch nicht los wurde. Ich glaube, Interjet fliegt von Lima aus nur Cancún und Mexico City an. 

Um kurz nach elf machte ich mich also auf dem Weg zum Check-in-Schalter, um meinen Rucksack abzugeben. Vor mir stand ein junges Pärchen. Sie Japanerin, er Franzose, wie sich später herausstellte. Sie hatten kein Weiterflugticket, weshalb ihnen der Check-in verweigert wurde. Aber auch bei mir klappte es nicht reibungslos. Zwar hatte ich meinen Flug nach Guatemala im Februar bereits gekauft, aber die Dame am Schalter meinte, ich müsste noch für meinen Rucksack bezahlen. Das hatte ich aber am Vortag gemacht. War angeblich nicht im System, ich hatte auch keine Bestätigung per Email bekommen und bei meinem Onlinebanking erscheint das immer erst 2 – 3 Tage später. Da die DKB jetzt aber diesen zusätzlichen Sicherheitscheck beim Bezahlen mit Kreditkarte hat,war ich mir 100%ig sicher, dass ich es bezahlt hatte. Wir diskutierten eine Weile herum, aber schließlich gab sie nach und nahm meinen Rucksack an. 

Als ich fertig war, sah ich das Pärchen von zuvor in einer Ecke stehen und ziemlich verzweifelt gucken. Zum einen ist das Wifi am Flughafen Lima meistens einfach nur katastrophal, zum anderen versuchten sie, ein Busticket nach Belize zu kaufen und das funktioniert nicht. Für Bestonwardticket reichte die Zeit nicht mehr, also riet ich ihnen, ein stornierbares Ticket über Expedia zu kaufen und verschaffte ihnen mittels Hotspot über mein Handy einen vernünftigen Internetzugang. Dadurch musste ich zwar die ganze Zeit da bleiben, aber da es in Lima nie ein Problem gewesen war, schnell durch die Sicherheits- und Passkontrolle zu kommen, machte ich mir nicht großartig Sorgen und dachte nicht darüber nach, dass ich bisher immer tagsüber abgeflogen war.

Um kurz vor Mitternacht hatten sie ihre Expedia-Tickets und konnten einchecken. Ich lief hoch, kam schnell durch die Sicherheitskontrollen – und bekam den Schreck meines Lebens. Die Schlange vor der Passkontrolle war riesig. Ich stellte mich trotzdem an, es ging langsam vorwärts und um halb eins würde ich langsam nervös. Etwas hinter mir sah ich das Pärchen von zuvor und winkte sie zu mir. Zehn Minuten später beschlossen wir, uns vorzudrängen. Das fanden einige andere Passagiere zwar nicht so witzig, aber das war uns in dem Moment ziemlich egal. 

Um zehn vor eins kamen wir am Gate an, wo gerade mit dem Einchecken der Priority-Passagiere begonnen wurde. Glück gehabt, wir hatten ein bisschen Verspätung. Die Japanerin erzählte mir dann, dass sie das Expedia-Ticket schon wieder storniert hätten. Ich habe nichts gesagt, wäre aber das Risiko nicht eingegangen. Es passiert zwar selten, aber auch bei Migraciones Mexiko besteht noch einmal die Möglichkeit, gefragt zu werden. 

Der Flug von Lima nach Cancun

Der eigentliche Flug war dann absolut ereignislos. Interjet ist immerhin so nett und bietet dir kostenlos etwas zu trinken und einen kleinen Snack an, aber mitten in der Nacht war mir nicht so wirklich danach. 

Wir waren zwar mit etwas Verspätung abgeflogen, kamen aber relativ pünktlich gegen 6:30 Uhr in Cancun an. Normalerweise schlafe ich im Flugzeug so gut wie gar nicht, aber so etwa 2 Stunden bin ich doch weggenickt, so dass auch die Zeit relativ schnell herumging. 

Ankunft in Cancun

Letztes Jahr war ich von Lima nach Mexico City geflogen und superschnell durch Pass- und Zollkontrolle gekommen. Da Cancun wesentlich kleiner ist, war ich davon ausgegangen, dass es genauso sein würde. Weit gefehlt. Wie gesagt, Ankunft war gegen 6:30 Uhr. Im Bus nach Playa del Carmen saß ich dann allerdings erst um 9:00 Uhr und das lag nicht daran, dass so wenige Busse fuhren. 

Aber fangen wir von vorne an. Es startete mit einer erneuten Schlange vor Migraciones. Nicht so lang wie in Lima, aber bei der Einreise dauert es nun einmal alles etwas länger als bei der Ausreise. 

Irgendwann war ich dann dran und bekam einige seltsame Fragen gestellt. Warum ich alleine reise und ob ich verheiratet bin. Und was genau meine Reisepläne für Mexiko sind. Na gut, ich habe eine lustige Antwort gegeben und alles war gut. Alles letztes kam dann die Frage nach dem Weiterflug und da sah ich schwarz für die Japanerin und den Franzosen, die irgendwo hinter mir waren. Gut, aber ich war erst einmal durch und sah mich schon im Bus sitzen. 

Dummerweise stand noch die Zollkontrolle an. Bisher war das überall schnell und problemlos gegangen, aber in Cancun gab es eine Schlange, die größer war als vor der Passkontrolle. Zwar hatten sie drei dieser Apparate, um das Gepäck zu checken, aber nur eine war geöffnet und vor dem reihten sich nun die ganzen Passagiere aus Lima und es waren auch noch Flüge aus Argentinien und Brasilien angekommen. Hurra!! 

Nach ca 45 Minuten war ich dran. Leider reichte ihnen der Apparat nicht aus. Es folgte dieses supernervige System, wo man einen Knopf drücken muss. Bei Grün darf man durch, bei Rot wird kontrolliert. Was passiert mir? Klar, rot. Genial. Ich habe nämlich einen Rucksack, der sich nur von oben öffnen lässt. Mal abgesehen, dass es noch mal 20 Minuten dauerte, bis ich überhaupt drankam, kramte die superdämliche und unfreundliche Beamtin dann 80% meines Inhalts aus dem Rucksack, so dass ich praktisch komplett neu packen muss. Ja, ich hätte auch keine Lust, morgens dermaßen früh zu arbeiten und mich mit blöden Touristen herumzuärgern, aber ich war nach einer Nacht im Flugzeug einfach nur angepisst, dass nun alles noch länger dauerte.

Irgendwann stand ich dann in der Eingangshalle des Flughafens und hielt Ausschau nach Bankautomaten. Ja, es gab zwei, aber sie spuckten nur Dollar aus. Du kannst an der Riviera Maya teilweise durchaus mit Dollar bezahlen, aber der Wechselkurs ist grottenschlecht und ich wollte Pesos haben. Letztlich habe ich dann mein Busticket nach Playa del Carmen mit Kreditkarte bezahlt (natürlich haben sie deswegen einen Aufschlag berechnet) und saß gut zweieinhalb Stunden nach der Landung endlich im Bus. 

Cancun, wir werden keine Freunde werden. Das war mit Abstand eine meiner schlimmsten Ankünfte meiner bisherigen Reiselaufbahn. Übrigens hatte ich die Japanerin später bei der Zollkontrolle noch einmal gesehen, aber ihren Freund hätten sie nicht durchgelassen, erzählte sie. Ich hoffe, dass es doch noch geklappt hat und die beiden aus dieser Erfahrung gelernt haben. 

Ich selber finde es eigentlich nett, immer schon das nächste Ziel geplant zu haben. 

Lima Cancun mit Interjet

Schreibe einen Kommentar

Menü schließen