Inka-Ruinen in Ecuador: Ingapirca

Ingapirca? Nie gehört? Keine Panik, ging mir genauso bevor ich nach Ecuador gereist bin. Falls du schon in Peru warst und dort Inka-Ruinen besichtigt hast, könnte es dir passieren, dass du Ingapirca etwas langweilig findest. Wenn du an Geschichte und Kultur Südamerikas vor der Ankunft der Spanier interessiert bist, solltest du aber die wichtigste archäologische Inka-Fundstätte Ecuadors nicht verpassen. Ich hoffe, dass mein Artikel dich darauf einstimmen kann. 

Ingapirca
Panoramaansicht Ingapirca

Einige Fakten über Ingapirca

Ingapirca liegt etwa 80 km nördlich von Cuenca in der Provinz Cañar auf einer Höhe von knapp 3.200 Metern. Letzteres bedeutet, dass es ziemlich kalt werden kann. 

Der Quechua-Name „Ingapirca“ bedeutet „Mauer des Inka“. Die Ruinen von Ingapirca wurden in den 1970er Jahren des vorigen Jahrhunderts ausgegraben und restauriert. 

Vor Ankunft der Inka lebten in der Gegend die Cañar (daher der Name der Provinz). Die Inkas expandierten in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts unter Tupac Yupanqui von Peru aus bis in das heutige Ecuador. Tupac Yupanquis Sohn und Nachfolger Huayna Capac starb 1525 in Quito. 

Tatsächlich unterwarfen die Inkas die Cañar nicht wie andere Völker, sondern gingen Allianzen durch Heirat ein. 

Der Sonnentempel von Ingapirca wurde auf direkte Anweisung von Huayna Capac gebaut. Die Sonne war der Hauptgott der Inkas. 

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Sonnentempel in Ingapirca
Sonnentempel Ingapirca

Von Cuenca nach Ingapirca und zurück

Von Cuenca nach Ingapirca kommst du ganz einfach mit dem Bus. Es sind zwar nur 80 km, dauert aber ca 2 Stunden, weil der Bus ziemlich oft hält. 

In Cuenca fährt er um 9:00 Uhr vom Busbahnhof Terminal Terrestre ab. Such dort nach den Bussen nach Cañar. Die Agentur, die die Fahrkarten verkauft, ist gleich im ersten Gang (Pasillo 1).Hier ist ein zwar nicht geniales, aber hoffentlich doch hilfreiches Foto. Du siehst das Wort „Cañar“ unten in der Mitte. Rechts, wo der Mann steht, das ist das Büro, wo du die Fahrkarte nach Ingapirca bekommst. 

Busbahnhof Cuenca
Busbahnhof Cuenca

Die Hin- und Rückfahrt kostet 7 USD. Zusätzlich brauchst du noch 10 Cent, um zu den Busbahnsteigen zu kommen. Du siehst die blaue Maschine auf dem Bild im Hintergrund. Der Sinn dieser Aktion leuchtet mir nicht ein, ich fand es ziemlich nervig. Du bekommst dann halt noch mal ein Papier, dass du gleich danach bei einem Kontrolleur wieder abgibst. 

Wie schon erwähnt, dauert die Fahrt bis Ingapirca gut 2 Stunden. Ingapirca ist Endstation und dann sind auch nur noch Touristen im Bus. Alle anderen steigen spätestens in der Stadt aus. 

Du kommst also gegen 11 Uhr an. Der Bus wartet bis 13:30 Uhr in Ingapirca und fährt dann sehr pünktlich zurück nach Cuenca. Die zweieinhalb Stunden reichen knapp, um sich alles anzuschauen und eventuell noch eine Kleinigkeit zu essen. 

Wir hatten auf dem Rückweg ein kleines Problem mit dem Bus und mussten eine Werkstatt anfahren, deshalb dauerte die Rückfahrt knapp drei Stunden. Aber das ist hoffentlich nicht normal. 

Einfahrt zu Ingapirca
Einfahrt zu Ingapirca: Das englische "willkommen" ist ein bisschen falsch geschrieben, rechts ist Quechua

Ankunft in Ingapirca: Eintrittskarten und Museum

Als erstes musst du deine Eintrittskarte kaufen. Die kostet bescheidene USD 2. Die obligatorische Führung über das Gelände ist inbegriffen. Führungen starten alle halbe Stunde und werden auf Englisch oder Spanisch angeboten. Allerdings nicht gemeinsam. Wenn du kein Spanisch sprichst, kann es dir passieren, dass du eine Weile warten musst. Das wird dann etwas knapp mit dem Bus, ist aber machbar. 

Bei mir war die erste verfügbare Führung um 11:50 Uhr auf Spanisch. Die englische Führung um 11:20 Uhr hatten wir verpasst, weil unser Bus etwas Verspätung hatte. 

Vor der Führung hatte ich noch Zeit, mir das Museum anzuschauen, in dem Dinge ausgestellt werden, die während der Ausgrabungen gefunden wurden. Zudem gibt es Infos über die Geschichte und Kultur der Cañar und der Inkas. 

Museum Ingapirca

Führung Inka-Ruinen Ingapirca

Die Führung dauert eine gute Stunde. Danach kannst du alleine noch eine Fundstätte nebenan besuchen. Mir wurde es von der Zeit her zu knapp und außerdem hatte ich Hunger, daher habe ich das weggelassen. 

Wir waren eine ziemlich große Gruppe von vielleicht 30 Leuten. Die Anlage besteht aus einem rekonstruierten Haus und einer Begräbnisstätte der Cañar, landwirtschaftlichen und Bewässerungsanlagen der Inka sowie dem Sonnentempel. 

Bei der Begräbnisstätte wurden zahlreiche Gegenstände gefunden, die die Cañar den Toten mitgegeben hatten. Diese sind heute im Museum ausgestellt, während die Skelette im Grab belassen wurden. 

Begräbnisstätte der Cañar
Begräbnisstätte der Cañar

Lamas

Lamas gehören bei Inka-Ruinen einfach dazu. Entsprechend liefen auch in Ingapirca einige herum. Kennst du den Unterschied zwischen Lamas und Alpacas? Lamas sind Lasttiere und größer mit längerem Hals und schmalerem Kopf. Alpacas hingegen werden in erster Linie wegen ihrer Wolle und ihres Fleisches gehalten. Sie sind kleiner mit kürzerem Hals und einem rundlichen Kopf. Lamas und Alpacas sind so nah verwandt, dass sie sich paaren können (so wie Pferde und Esel). Wenn du also absolut nicht entscheiden kannst, ob das nun ein Lama oder ein Alpaca ist, ist es vielleicht das Ergebnis einer solchen Paarung. 

Hier sind einige der Lamas von Ingapirca: 

Lama in Ingapirca
Lama in Ingapirca
Lama in Ingapirce
Lama in Ingapirca

Bücher über Ecuador

Ecuador ist kein typisches Reiseland. Wer nicht mit dem Bus unterwegs ist, lässt das kleine Land an der Pazifikküste oft einfach links liegen und fliegt direkt von Kolumbien nach Peru. Das ist schade, weil Ecuador geographisch ähnlich wie Peru aufgeteilt ist (Küste, Andengebiet, Dschungel) und eine Menge zu bieten hat. Wenn du mehr über Ecuador erfahren möchtest, empfehle ich dir folgende Bücher: 

Ingapirca
Ingapirca

Wer schreibt hier?

Hallo, mein Name ist Daniela. Ich komme ursprünglich aus Deutschland, habe seit 2018 meinen Wohnsitz in Peru und reise als digitale Nomadin durch Lateinamerika. Außer hier schreibe ich auch auf Digital Nomads Peru

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